Achter Vortrag

GA 123/1910-09-08/p010 ·1910-09-08 · original (original)
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Betrachten Sie nun einmal - nur damit wir etwas damit charakterisieren können - den Moment des Aufwachens ganz genau. Dieser Moment stellt sich uns so dar, daß also der Mensch aus einer höheren Welt herauskommt und untertaucht in seinen physischen Leib und Ätherleib. In diesem Moment des Untertauchens sieht er aber nicht die Innenvorgänge des physischen Leibes und Ätherleibes, sondern es wird gleichsam sein Wahrnehmungsvermögen abgelenkt auf die Umgebung. Alles nun, wohin der Blick des Menschen im Moment des Aufwachens fällt, was der Mensch überschaut, ob nun mit dem physischen Wahrnehmen der Augen oder mit dem physischen Wahrnehmen der Ohren, oder ober es überdenkt mit dem an das physische Organ des Gehirns gebundenen Verstand, alles, was er in der physischen Umgebung wahrnimmt, das bezeichnete man in dem Sprachgebrauch der althebräischen Geheimlehre als «das Reich», Malchuth. So könnten wir fragen: Was war also im althebräischen Sprachgebrauch verbunden mit dem Ausdruck «das Reich»? Alles das war damit verbunden, in dem sich bewußt aufhalten konnte das menschliche Ich. Das ist auch die genaueste Definition für das, was man im hebräischen Altertum mit dem Ausdruck «das Reich» verband: das, wobei das menschliche Ich anwesend sein kann. Wenn wir einmal diesen Ausdruck festhalten, so müssen wir sagen: Es ist mit dem, was «das Reich» ist, im althebräischen Sprachgebrauch zunächst bezeichnet die Sinnenwelt, die Welt, in der der Mensch ist im Wachzustande bei völliger Aufrechterhaltung seines Ich.

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