Achter Vortrag

GA 123/1910-09-08/p042 ·1910-09-08 · original (original)
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So tief ist dasjenige, was Sie im Matthäus-Evangelium suchen müssen. Sie müssen tatsächlich die Quellen und Elemente für das Matthäus-Evangelium suchen in der Geheimlehre nicht nur der Essäer, sondern überhaupt in der ganzen althebräischen und griechischen Welt. Dann bekommen wir auch für eine solche Urkunde jene heilige Ehrfurcht, jenen heiligen Respekt, von dem schon in München gesprochen worden ist, daß man sie bekommt, wenn man, ausgerüstet mit den Forschungsergebnissen der Geisteswissenschaft, herantritt an diese Urkunden, welche die Seher uns gegeben haben. Wenn wir hören, daß so etwas gesagt wird von den alten Sehern, dann fühlen wir, wie sie herübersprechen zu uns aus den alten Zeiten. Und es ist wie ein Herüberdringen einer Geistessprache, welche die großen Individualitäten durch die Jahrhunderte miteinander führen, so daß die Menschen zuhören können, die zuhören wollen. Allerdings nur jene Menschen, welche das - auch evangelische - Wort verstehen: «Wer Ohren hat zu hören, der höre!» (Matth. 11, 15). Aber wie einst vieles dazu gehört hat, daß die physischen Ohren in uns entstanden sind, so gehört manches dazu, daß die geistigen Ohren entstehen, durch die wir verstehen, was in jenen großen, gewaltigen geistigen Urkunden gesagt wird.

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Cite: GA 123/1910-09-08/p042 · edition original