Neunter Vortrag

GA 123/1910-09-09/p009 ·1910-09-09 · original (original)
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Das ist ja gerade das große Geheimnis, daß dasjenige, was im Tempeldunkel früher begraben war, sich dort abspielte und dann nur in seinen Resultaten hinausgetragen wurde in die Welt, für diejenigen, welche der geistigen Anschauung teilhaftig waren, sich abspielte auf dem großen Plan der Weltgeschichte mit dem Christus-Ereignis. Allerdings muß man sich dabei klar sein, daß man in der Zeit, als die Evangelisten schrieben, keine solchen Biographien verfaßte, wie es heute vorkommt, wenn man eine Biographie über Goethe, Schiller oder Lessing schreibt, wo man in alle Winkel hineinkriecht, jeden kleinen Zettel zusammenträgt, um dann das als das Wichtigste zu einer Biographie zusammenzufassen, was wirklich das Unwesentlichste ist. Während man über dieser Zettelkasten-Sammlung nicht dazu kommt, die wesentlichsten Punkte ins Auge zu fassen, auf die es ankommt, begnügten sich die Evangelisten damit, das Wesentliche im Leben des Christus Jesus zu beschreiben. Und dies Wesentliche ist, daß das Christus-Leben im großen Plan der Weltgeschichte eine Wiederholung der Einweihung war. Dürfen wir uns wundern, daß die Tatsache so ist, daß in unserer Zeit etwas eintreten konnte, was ungeheuer viele Menschen wirklich verblüfft? Und dieses, was die Menschen da verblüfft, wird sich uns noch krasser ergeben, wenn wir auf folgendes aufmerksam machen.

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