Neunter Vortrag

GA 123/1910-09-09/p015 ·1910-09-09 · original (original)
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Also es muß uns alles, selbst in bezug auf die Lehre, wiederkehren. Wir dürfen uns aber nicht verwundern, daß gerade der Unterschied auftritt gegenüber den alten Lehren, daß betont wird: Was früher nicht mit dem Ich erreicht werden konnte, das kann jetzt innerhalb des Ich erreicht werden! Nehmen wir an, Christus wollte die, welche er auf diese große Wahrheit hinweisen wollte, darauf aufmerksam machen, daß früher die Menschen nach dem, was an Lehren der Mysterien zu ihnen herausgedrungen war, immer hinaufgeschaut haben zum Reiche der Himmel und gesagt haben: Von dort herunter - aber nicht hineintauchend in unser Ich — kann kommen, was uns selig macht. Dann wäre es notwendig gewesen, daß der Christus dasjenige, was früher gesagt wurde über den göttlichen Vaterquell des Daseins, beibehalten hätte, denn der war ja erreichbar im Hinaufleben mit herabgedämpftem Ich, und nur die Nuancen, auf die es ankam, geändert hätte. So müßte er zum Beispiel gesprochen haben: Wenn man früher gesagt hat, ihr müßt hinaufschauen zu den Reichen, wo der göttliche Vaterquell des Daseins ist, und ihr müßt warten, daß er aus den Reichen der Himmel herunterleuchtet, so wird man jetzt sagen können: Nicht nur leuchtet er zu euch herunter, sondern was da oben gewollt wird, das muß eindringen in die tiefste Ich-Natur des Menschen und dort auch gewollt werden.

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Cite: GA 123/1910-09-09/p015 · edition original