Neunter Vortrag
Wollte man nun das, was vorging, in sachgemäßer Weise in bezug auf den Ich-Menschen beschreiben, so müßte man für jedes Glied der Menschennatur zeigen, wie es in sich beseligt werden könnte in einer neuen Art. In dem Satz: «Selig sind die Bettler um Geist; denn sie werden in sich finden die Reiche der Himmel!» ist die neue Wahrheit für den physischen Leib ausgesprochen. Für den Ätherleib könnte man sie so aussprechen: Im Ätherleib ist das Prinzip des Leides. Ein Lebewesen allein kann durch die Beschädigung seines Ätherleibes, wenn es noch einen astralischen Leib hat, leiden; aber es muß der Sitz des Leidens im Ätherleibe gesucht werden. Das werden Sie aus den verschiedenen Vorträgen entnehmen können. - Wollte man das, was früher an Heilungen herausfloß aus der geistigen Welt, was für den Ätherleib in Betracht kommt, ausdrücken in bezug auf die neue Wahrheit, so mußte man sagen: Diejenigen, die da leiden, können jetzt nicht nur dadurch getröstet werden, daß sie aus sich heraustreten und mit der geistigen Welt in Verbindung treten, sondern wenn sie jetzt in eine neue Verbindung mit der Welt eintreten, können sie getröstet werden in sich selber, weil eine neue Kraft durch den Christus in den Ätherleib hineingebracht worden ist. Für den Ätherleib ausgesprochen, mußte also die neue Wahrheit so lauten: Die Leidtragenden können jetzt nicht mehr bloß dadurch beseligt werden, daß sie sich hineinleben in eine geistige Welt und die Ströme der geistigen Welt im hellseherischen Zustande auf sich zukommen lassen; sondern wenn sie jetzt, sich hinlebend zu dem Christus, sich mit der neuen Wahrheit erfüllen, erleben sie in sich den Trost für alles Leid.
Cite:
GA 123/1910-09-09_02/p033 · edition original