Zehnter Vortrag
‚Aber noch einen anderen Bezug hatte dieser zweifache Bewußtseinszustand der Jünger. Wir müssen ja sozusagen in einem jeden Menschen, also auch in einem Jünger Jesu, dasjenige beachten, was der Mensch zunächst ist, und das, was er wie eine Anlage für seine weitere Zukunft in den folgenden Inkarnationen in sich trägt. In Ihnen allen ist ja jetzt schon dasjenige drinnen, was zum Beispiel in einer künftigen Kulturepoche in einer ganz anderen Weise die Umwelt ansehen wird, wenn es in einer neuen Inkarnation auftreten wird. Und würde dieses jetzt schon in Ihnen Befindliche hellsichtig werden, so würde es zunächst, als eine Art ersten hellseherischen Eindrucks, die allernächste Zukunft sehen. Was in der nächsten Zukunft geschieht, würde zu den ersten hellseherischen Erlebnissen gehören, wenn diese rein, echt und wahrhaft sind. - So war es vorzüglich für die Jünger. Im normalen Wachbewußtsein floß die Kraft des Christus in sie herein; da konnten sie sagen: Wenn wir wachen, fließt die Kraft des Christus so in uns herein, wie sie hereinfließen muß dadurch, daß wir jetzt in unserem normalen Wachbewußtsein sind. - Wie war es nun für sie im Schlafzustande? Dadurch, daß sie die Jünger Jesu waren und die Christus-Kraft auf sie gewirkt hatte, wurden sie im Schlafzustande immer zu gewissen Zeiten hellseherisch. Da sahen sie aber nicht, was jetzt geschah, sondern sie sahen, wessen in der Zukunft die Menschen teilhaftig werden sollen. Da tauchten sie gleichsam in das Meer des astralischen Sehens ein und sahen voraus, was in der Zukunft geschehen soll.
Cite:
GA 123/1910-09-10_02/p017 · edition original