{"corpus":"steiner","locus":"GA 123/1910-09-10_02/p032","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Eines kann als ein sicheres Kennzeichen angegeben werden, welches sozusagen diesen etwa wiedererstandenen Jeshu ben Pandira in unserem Zeitalter auszeichnen könnte; das muß als ein sicheres Kennzeichen angegeben werden, daß er sich nicht für den Christus ausgeben wird. Alle, die etwa in unserem Zeitalter auftreten würden und irgendwie davon sprechen könnten, daß in ihnen dieselbe Kraft lebe, die im Jesus von Nazareth gelebt hat, würden an dieser Behauptung zu erkennen sein als falsche Individualitäten jenes hundert Jahre vor dem Christus lebenden Vorläufers. Diese Behauptung würde ein sicherstes Kennzeichen sein, daß er es nicht ist, und daß ein falscher Vorherverkündiger in ihm auftreten würde, wenn er sich in irgendein Verhältnis zum Christus selbst setzen würde. Aber die Gefahr ist ungeheuer groß, die auf diesem Gebiete sich geltend machen kann. Denn in unserer Zeit schwankt die Menschheit zwischen zwei Extremen. Man betont auf der einen Seite so stark, wie in unserer Zeit die Menschheit nicht geneigt ist anzuerkennen, was an geistigen Kräften unter den Menschen wirkt. Es ist schon eine auf der Straße liegende Wahrheit geworden, auf die sogar die Zeitungen immer wieder hinweisen, daß unser Geschlecht nicht die Gabe und die Kraft habe anzuerkennen, wenn irgendwie eine originale geistige Kraft sich zeige. Das ist die eine Unart unseres Zeitalters. Es ist wahr, daß sich die größte Wiederverkörperung in unserer Zeit abspielen könnte und unser Zeitalter stumpf dafür sein könnte, sie vorübergehen lassen könnte, ohne sich darum zu kümmern! Und die andere Unart ist nicht minder vorhanden, allerdings eine Unart, die unser Zeitalter mit vielen anderen gemeinsam hat: Geradeso wie unterschätzt werden die geistigen Individualitäten, so daß sie nicht anerkannt werden, so ist auf der anderen Seite wieder unter den Menschen das lebhafteste Bedürfnis vorhanden, zu vergöttern, heraufzuheben irgendwie in eine besondere Wolkenhöhe. Sehen Sie sich überall heute die Gemeinden an, die ihre besonderen Messiasse haben, wie dort überall das Bedürfnis vorhanden ist, zu vergöttern. Das ist es allerdings auch, was sich immer wieder und wieder in den Jahrhunderten gezeigt hat.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-09-10","location":null,"word_count":329,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/123/1910-09-10_02/p032","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/123/1910-09-10_02/p032"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/123/1910-09-10_02/p032","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1910-09-10"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."},"unit_kind":{"kind":"second_translation","base_unit":"GA 123/1910-09-10","note":"A second English translation of the same lecture as 1910-09-10. The German served under this id repeats the German of 1910-09-10: one German text, to be cited at 1910-09-10.","same_lecture_as":"GA 123/1910-09-10","german_repeats":"GA 123/1910-09-10"}}