Elfter Vortrag

GA 123/1910-09-11/p006 ·1910-09-11 · original (original)
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Nun betrachten wir diese menschliche Entwickelung in bezug auf den einzelnen Menschen. Wie wir jetzt den Menschen betrachten müssen, so betrachten ihn stets die, welche von den wahren Verhältnissen dieser Dinge aus den heiligen Mysterien heraus etwas wußten. So mußten ihn auch nach und nach betrachten lernen die Jünger durch die belebende, belehrende Kraft, die ausströmte von dem Christus Jesus und auf sie überging. Wir können daher sagen: Wenn wir den Menschen betrachten - jetzt oder auch zur Zeit des Christus Jesus -, so liegen in ihm Anlagen, wie zum Beispiel in einer Pflanze Anlagen liegen, die auch schon dann vorhanden sind, wenn die Pflanze nur die grünen Blätter und noch nicht Blüte und Frucht hat. Eine solche Pflanze, die nur grüne Blätter hat, schauen wir an und wissen: So wahr die Pflanze da ist, hat sie schon in sich die Anlage zur Blüte und zur Frucht, die sie entwickeln wird, wenn alles regelmäßig geht. So wahr aus der Pflanze, auch wenn sie erst die grünen Blätter hat, herauswachsen Blüte und Frucht, so gewiß ist es, daß aus dem Menschen, der, wie es zur Zeit des Christus Jesus der Fall war, nur Empfindungsseele und Verstandes- oder Gemütsseele hat, die Bewußtseinsseele herauswächst, die sich dann öffnet dem Geistselbst, damit die oberste Dreiheit als Neues wie eine göttlich-geistige Gabe dem Menschen zufließen kann. Deshalb können wir sagen: Der Mensch entfaltet sich aus dem, was seine Seeleninhalte, was seine Seeleneigenschaften sind. So, wie sich die Pflanze, die nur grüne Blätter hat, zu Blüte und Frucht entfaltet, so entfaltet sich der Mensch in der Weise, daß er aus Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele etwas wie eine Blüte seines Wesens dem entgegenhält, was ihm als ein Göttliches von oben herunterkommt, damit er durch den Empfang des Geistselbst einen weiteren Weg in die Höhen der Menschheitsentwickelung durchmachen kann.

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Cite: GA 123/1910-09-11/p006 · edition original