Elfter Vortrag
Da fragte der Christus Jesus, um sich zu überzeugen, wie sie darüber denken, zunächst seine intimen Schüler, seine Jünger: Sagt mir etwas davon, von welchen Wesen, von welchen Menschen man sagen kann, daß sie Menschensöhne sind diesem Geschlecht? - So etwa müßte man die Frage stellen, wenn man sie im Sinne der aramäischen Urschrift des Matthäus-Evangeliums stellen wollte; denn ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß in der griechischen Übertragung, wenn man sie gut versteht, zwar noch alles besser ist, als es heute ausgelegt wird, daß aber trotzdem notwendigerweise manches bei der Übertragung aus der aramäischen Urschrift undeutlich geworden ist. Also müssen wir uns den Christus Jesus vor seinen Jüngern stehend denken und sie fragend: Was herrscht als Anschauung darüber, wer von jenen Menschen des vorangegangenen Geschlechts, die schon in den griechisch-lateinischen Zeitraum hineingehörten, Menschensöhne wären? Da zählten sie ihm auf: Elias, Johannes der Täufer, Jeremias und sonstige Propheten. Das wußten die Jünger durch die belehrende Kraft, die ihnen durch den Christus geworden war, daß jene Führer Kräfte in sich aufgenommen hatten, durch die sie hinaufgewachsen waren bis zum Insichtragen des Menschensohnes. Bei derselben Gelegenheit gab einer der Jünger, der Petrus gewöhnlich genannt wird, noch eine andere Antwort (Matth. 16,13-16).
Cite:
GA 123/1910-09-11/p009 · edition original