Elfter Vortrag

GA 123/1910-09-11/p021 ·1910-09-11 · original (original)
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Und jetzt soll klar und deutlich noch etwas anderes gezeigt werden: daß nämlich wirklich auf die tiefere, unterbewußte Kraft in Petrus von dem Christus Jesus gebaut wird. Denn im nächsten Augenblick redet der Christus von den nächsten Ereignissen, die sich abspielen sollen. Von dem, was als das Mysterium auf Golgatha geschehen soll, beginnt er zu reden. Und jetzt ist der Augenblick schon vorbei, wo das tiefer in Petrus Liegende spricht; jetzt spricht das in Petrus, was in ihm schon bewußt ist. Jetzt kann er nicht verstehen, was der Christus damit meint, kann nicht glauben, daß Leiden und Sterben eintreten sollen. Und wo der bewußte Petrus spricht, der schon die bewußten eigenen Kräfte in sich entwickelt hat, da muß ihn der Christus zurechtweisen, indem er sagt: Jetzt redet nicht irgendein Gott, sondern jetzt spricht das, was du schon als Mensch entwickelt hast; das ist unwert, daß es emporwächst; das ist aus einer Lehre der Täuschung; das ist aus Ahriman, das ist des Satans! - Das liegt in dem Wort: «Hebe dich, Satan, von mir! Du bist mir ärgerlich; denn du meinest nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist» (Matth. 16,23). Der Christus nennt ihn gleich den Satan; er wendet gerade das Wort Satan an für Ahriman, während sonst in der Bibel Diabolus steht für alles Luziferische. Da gebraucht der Christus in der Tat für die Täuschung, der sich Petrus noch hingeben muß, das richtige Wort.

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Cite: GA 123/1910-09-11/p021 · edition original