Elfter Vortrag

GA 123/1910-09-11/p034 ·1910-09-11 · original (original)
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Daß der Christus Jesus dies den Jüngern vorführt, wird im Matthäus-Evangelium (Matth. 21,1-11) wie auch in den anderen Evangelien erzählt. Und es wird so erzählt, daß er nicht durch das bloße Wort wirkt, sondern daß er seinen Jüngern vorführt die Imagination, das lebendige Bild dessen, was er selbst vollzieht, wo er entgegengeht jener Höhe, zu der in der Zeit die Menschheit durch ihre Entwickelung hinansteigen soll. Da gebraucht er das Bild des Esels und seines Füllens; das heißt, er führt die Jünger an das Verstehen dessen hin, was im geistigen Leben entspricht dem Sternbild des Krebses. Das ist also ein Ausdruck für etwas, was sich zugetragen hat in dem geistiglebendigen, spirituellen Verhältnis zwischen dem Christus und seinen Jüngern. Und das ist etwas von solcher Majestät und Größe, daß es nicht ausgedrückt werden kann, indem man Menschenworte aus irgendeiner Sprache wählt, sondern nur dadurch, daß der Christus die Jünger hineinführt in die Verhältnisse der spirituellen Welt und ihnen in den physischen Verhältnissen Abbilder schafft für die makrokosmische Welt. Da führt er sie hinauf bis zu der Stelle, wo die Kräfte des Initiierten wieder nutzbar werden für die Menschheit. Da steht er auf der Höhe, die nur angedeutet werden kann, indem er sagt: Er steht in der Sonnenhöhe in dem Zeichen des Krebses! Kein Wunder daher, wenn das Matthäus-Evangelium an dieser Stelle darauf aufmerksam macht, daß das Christus-Leben für seine Erdenzeit auf seiner Höhe angekommen ist, und mächtig darauf hinweist mit den Worten: «Hosianna in der Höhe!» Da ist jeder Ton so gewählt, daß durch das, was da geschieht, die Jünger heranwachsen, damit wiederum durch das, was in ihnen vorgeht, in der Menschheit heranwachsen kann, was dutch den Christus Jesus in die Entwickelung der Menschheit hat hineingebracht werden können.

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Cite: GA 123/1910-09-11/p034 · edition original