Elfter Vortrag

GA 123/1910-09-11/p039 ·1910-09-11 · original (original)
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‚Auch von dieser Seite müssen wir tiefer hineinblicken in das ganze Gefüge des Matthäus-Evangeliums, und wir bekommen dann auch vor diesem Evangelium jene große Ehrfurcht insbesondere auch dadurch, daß wir sozusagen in keinem anderen Evangelium so leicht dahin geführt werden können, förmlich zu belauschen, wie der Christus Jesus zuerst vom Ich-Standpunkte aus seine Schüler belehrt. Wir sehen seine Schüler um ihn stehen und sehen, wie durch den Menschenleib das hindurchwirkt, was die Kräfte des Kosmos sind. Wir sehen, wie er seine Jünger an der Hand führt, damit sie kennenlernen können, was der zu Initiierende lernen kann. Wir belauschen menschliche Verhältnisse, wie sie sich bilden können um den Christus Jesus. Das macht uns das Matthäus-Evangelium zu einem so menschlich nahen Produkt. Wir lernen so recht durch das Matthäus-Evangelium den Menschen Jesus von Nazareth, den Träger des Christus, kennen. Wir lernen alles kennen, was er wirkt, indem er sich herabläßt in die menschliche Natur. Ja, auch die Himmelsvorgänge sind in den Tatsachen des Matthäus-Evangeliums in so recht menschliche Verhältnisse gekleidet.

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Cite: GA 123/1910-09-11/p039 · edition original