Elfter Vortrag
Aber zwischen diesen beiden Worten, die ich angeführt habe, liegt noch ein anderes. Und das werden wir nur verstehen können, wenn wir ins Auge fassen eine uralte und doch immer neue Mysterienlehre, die Lehre, daß der Mensch, so wie er auf der Erde ist, und nicht nur der Mensch selbst, sondern eine jede Menschengemeinde, eine Art Abbild ist für dasjenige, was im großen Kosmos, im Makrokosmos vor sich geht. Wir haben das insbesondere schildern können bei der Besprechung der Abstammung des Jesus von Nazareth. Wir haben gesehen, wie jenes Wort, das zu Abraham gesprochen ist, eigentlich bedeutet: «Deine Nachkommenschaft soll sein ein Abbild der Ordnung der Sterne am Himmel» (1.Mose 22,17). Was am Himmel ist als die Ordnung der zwölf Sternbilder und als der Gang der Planeten durch den Tierkreis, das soll sich wiederholen in den zwölf Stämmen und in dem, was das hebräische Volk durchmacht durch drei mal vierzehn Generationen hindurch. Also in der Aufeinanderfolge der Generationen mit der eigentümlichen Vererbung durch die Blutsverbände in den zwölf Stämmen soll ein Abbild der makrokosmischen Verhältnisse gegeben werden. Das ist dem Abraham gesagt worden.
Cite:
GA 123/1910-09-11_02/p023 · edition original