VI. Der heutige Stand der Philosophie und Wissenschaft

GA 125/1910-08-26/p007 ·1910-08-26 · original (original)
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Sie wissen aus meinen Vorträgen, daß ich nicht gern meine Meinungen zu Markte trage. Die Meinungen eines einzelnen haben im Grunde eigentlich wenig Wert. Ich bin immer bestrebt, auch auf dem Felde der Geisteswissenschaft, rein die Tatsachen durch sich selber sprechen zu lassen. Deshalb möchte ich auch heute nicht Theorien, die in Meinungen wurzeln, vortragen, sondern die Tatsachen sprechen lassen. Ich möchte eine Tatsache vorführen, an welcher wir uns veranschaulichen können, wie sich im Laufe des 19. Jahrhunderts die denkerische Unzulänglichkeit heraufentwickelt hat, in gewisser tieferer Art hineinzudringen in das, was das Denken doch geben kann, wenn es nur genügend eindringlich, wirklich scharf, wirklich durch seine Voraussetzungen gegebene Konsequenzen zieht. Die Theosophie erweist sich oft so mattherzig gegen die Einwände, die ihr gemacht werden, weil ihre denkerischen Waffen stumpf geworden sind.

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