VI. Der heutige Stand der Philosophie und Wissenschaft

GA 125/1910-08-26/p027 ·1910-08-26 · original (original)
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Gegen diesen Vortrag wandte sich dazumal (1856) ein Hegelianer: Karl Rosenkranz. Dieser ließ nun an Waffen alles das auffahren, was er aus dem Arsenal der Hegelschen Philosophie hat gewinnen können. Und derjenige, der Karl Rosenkranz, den innigen, man darf sagen, herzlich innigen Hegelianer etwas genauer kennt, weiß, daß Karl Rosenkranz doch nicht so leicht zu nehmen ist, als man ihn sehr häufig nehmen will. Er ließ auffahren alles, was er aus dem Arsenal der Hegelschen Schule aufbringen konnte. Wir haben also da die andere Strömung, die nämlich, welche in der Gedankenlinie erfolgte. Diese lief in dieser Richtung, wie ich es habe zeigen wollen. Wozu das physikalische Denken gekommen ist, kann bei Helmholtz gezeigt werden; wohin das philosophische Denken gelangt ist, bei Rosenkranz. Da sehen wir, daß wichtige Einwendungen gegen die mechanische Wärmetheorie gemacht werden. Rosenkranz rügt, daß Helmholtz eigentlich nur nach Analogien denke. Sein Gesetz müsse man abstrahieren von den Prozessen, die sich an der Uhr, an der Windbüchse oder an anderen Dingen vollziehen. Es ist richtig für die Dampfmaschine, daß von lebendigen Kräften, die wir hervorrufen, etwas an die Umgebung verlorengeht, was nicht wieder zurückgebracht werden kann. Solange wir von solchen, ich möchte sagen, von allen Seiten mit endlichen Umgebungen versehenen Vorgängen ausgehen, so lange ist bei dem, was wir da gewinnen, nicht fernzuhalten, daß solche Resultate erzielt werden, wie sie Helmholtz erzielt hat in seiner Abhandlung über die mechanische Wärmetheorie. Da weist dann Karl Rosenkranz mit Recht darauf hin, wie es durchaus nicht folgt, sobald wir über die unmittelbaren Erdenverhältnisse hinausgehen, daß keine Möglichkeit vorhanden wäre, daß die in den Weltenraum hinauserstrahlte Wärme in derselben Weise verlorengehen müßte wie bei der Dampfmaschine. Ganz andere Tatbestände könnten da vorliegen. Ich kann heute nicht eingehen auf das, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat, wo sie auf die Wärmetheorie zu sprechen kommt. Da erst liegt jener sichere Boden, den ich Ihnen charakterisieren konnte in den Vorträgen, die ich jetzt über die biblische Schöpfungsgeschichte gehalten habe. Der Hegelianer blieb unfruchtbar, weil er den Übergang zu diesem Boden nicht finden konnte. So blieb ihm die Wärme auch nichts anderes als ein innerer Erzitterer. Dennoch, mit den Begriffen, die einfach gegeben sind, wenn man im streng disziplinierten Denken von der sogenannten endlichen Mechanik, die nur für die unmittelbare Umgebung gilt mit all ihren Formeln, einschließlich der Formeln

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