{"corpus":"steiner","locus":"GA 125/1910-11-13/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ist ein Geheimnis des Christentums. Die Urkunden, man kann sie anfechten, gewiß, es sind auch keine historischen Dokumente. All die gescheiten Leute, Jensen und andere, die in trivial gelehrter Weise die Evangelien wegdekretieren, als bloße Sagen ansehen, haben eine gewisse Berechtigung für sich, weil sie sich bloß auf die äußere Vernunft berufen. Aber in dem Augenblick, wo wir Anthroposophen sind, können wir sagen: Wir brauchen gar keine Evangelien, wir brauchen bloß die Tatsachen, die uns die Geisteswissenschaft selber gibt, und wir finden beim Rückgang durch die Menschheitsentwickelung den lebendigen Christus, wie ihn Paulus gefunden hat durch das Ereignis von Damaskus. Das ist vorausgenommen, was wir auch haben können, wenn wir in anthroposophischem Sinn den Christus aufsuchen. Denn schließlich war Paulus in einer ähnlichen Lage wie ein moderner Anthroposoph, der die Evangelien nicht anerkennen will. Die Evangelien waren zu seiner Zeit noch nicht da, aber er hat nach Jerusalem gehen können. Was er dort hörte, was später in den Evangelien beschrieben wird, das hat ihn nicht überzeugt, sonst wäre er nicht von Jerusalem fortgegangen. Also braucht auch einen heutigen Menschen gar nichts zu überzeugen, was darin steht. Er muß nur in der Lage sein, durch die Anthroposophie so etwas zu erleben, was Paulus erlebt hat. Dann ist es ein Ereignis von Damaskus, dann hat er den ChristusBeweis ganz ohne alle Dokumente, wie es bei Paulus auch der Fall ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Weisheit Der Alten Urkunden Und Der Evangelien. Das Christus-Ereignis","site_heading":null,"date":"1910-11-13","location":null,"word_count":229,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/125/1910-11-13/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/125/1910-11-13/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/125/1910-11-13/p024","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}