Lebensfragen Im Lichte Von Reinkarnation Und Karma

GA 125/1910-11-26/p003 ·1910-11-26 · original (original)
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Wenn Sie im Leben Umschau halten, werden Sie leicht finden, daß gegen diese beiden menschlichen Eigenschaften eine ganz natürliche Antipathie herrscht. Und auch wenn wir zu Menschen hinaufsehen, die führend für andere Menschen im Leben stehen, sehen wir, daß von ihnen Wert darauf gelegt wird, gerade diese beiden Untugenden nicht zu haben. Zum Beispiel Goethe, der sich viel damit beschäftigt hat, Seelenerkenntnis zu üben, über seine Fehler nachzudenken, erwähnt: Ich habe diesen oder jenen Fehler, diese oder jene Vorzüge, aber was mir das Wichtigste scheint, ist, daß ich den eigentlichen Neid nicht unter meine Untugenden rechnen kann. — Und der große Benvenuto Cellini sagt, er sei froh, daß er sich keiner Lüge zu zeihen brauche. — So sehen wir, daß diese großen Persönlichkeiten die Wichtigkeit, diese beiden menschlichen Eigenschaften zu bekämpfen, empfanden. Und der einfachste, naivste Mensch stimmt in der Wertung beziehungsweise in der Antipathie diesen Untugenden gegenüber mit den Führern der Menschheit überein.

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