Lebensfragen Im Lichte Von Reinkarnation Und Karma
Denken wir uns, wir bemühten uns, anderen Menschen je nach ihrem Karma zu helfen. Nehmen wir einen Menschen, der ein scheues Wesen hat. Wir bemühen uns liebevoll um ihn. Da stellen wir einen Zusammenhang zwischen diesem Menschen und uns her. Wir werden dann sehen, daß bei diesem Menschen im Alter wiederum irgend etwas zu uns zurückkommt. Aber wir müssen das dem Karma überlassen, wir dürfen nicht darauf spekulieren. Wir müssen es als Pflicht ansehen, einem anderen Menschen zu helfen. Und hier komme ich auf ein subtiles Gesetz. Alles, was wir dem anderen tun zum Ertragen und Überwinden seines Karma, wird immer dazu führen, daß nicht nur dem anderen geholfen wird, sondern auch dazu, daß wir etwas für uns selber tun. Aber was wir uns selber tun, zum Beispiel um recht schnell vorwärtszukommen, wird uns in der Regel nicht viel helfen. Fruchtbar werden kann für den Menschen nur das, was er für andere tut. Uns selber können wir nichts Gutes erweisen. Wenn wir einem Menschen sein Karma zu überwinden helfen, ergeben sich die besten Wirkungen, denn was wir für andere tun, ist Gewinn für die Menschheit. Für uns selber können wir nichts tun, das müssen wiederum die anderen tun. Darum müssen wir im höchsten Sinne auffassen: Mitgefühl für andere Menschen. — Entwickeln wir dieses Mitgefühl im höchsten Sinn, dann fühlen wir auch in bezug auf Neid und Lüge diese Pflicht des Mitgefühls anderen Menschen gegenüber. Wir entwickeln auf diese Weise ein Solidaritätsgefühl, das sich auf alle Menschenseelen erstreckt.
Cite:
GA 125/1910-11-26/p017 · edition original