VIII. Karmische Wirkungen Anthroposophie als Lebenspraxis

GA 125/1910-12-11/p020 ·1910-12-11 · original (original)
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Und wenn wir einen zufriedenen Menschen vor uns sehen, einen Menschen, der nicht geneigt ist, von vornherein über alles grämlich zu sein, über alles unzufrieden zu sein, dann zeigt uns der Ätherleib ganz bestimmte Eigenschaften. Das ist wichtig, daß wir das wiederum in einer gewissen Art beachten. Denn eigentlich sollten wir uns doch klar sein, wieviel von unseren Unzufriedenheiten im Grunde wirklich von uns selber abhängen. Der eine kann gar nicht genug tun, überall das aufzustöbern, was ihn unzufrieden machen kann. Und wir fühlen, daß das nicht nur glücklichere Naturen, sondern schon auch bessere Naturen sind, die imstande sind, viel darauf zu achten, daß selbst, wenn noch so schlimme Dinge an uns fortwährend herankommen, wir doch Gründe haben, über das oder jenes uns zu freuen. Es gibt solche Gründe. Und wer nicht zugeben will, daß es diese gibt, an dem liegt es eben selber. Zufriedenheit, namentlich wenn sie durch eine bessere Eigenschaft unserer Seele bewirkt ist, verstärkt den Ätherleib in bezug auf seine Lebenskraft. Und wiederum ist es der Fall — alle übrigen Bedingungen in der gleichen Art vorausgesetzt —, daß Wunden oder sonstiges bei einem zufriedenen Menschen, der gewissen Anlaß hat, leicht befriedigt zu sein, sich nicht viel aufzuregen über das, was ihm zustößt, leichter heilen bei ihm, als bei dem Grämlichen und Unzufriedenen, der sich über alles aufregt und von allem unbefriedigt weggeht, wie gesagt unter sonst gleichen Umständen. Nun können wir auch wiederum in einem Leben recht genau sehen — und das ist wichtig, daß wir so etwas, wenn wir zu erziehen haben, gut beachten -, daß bei jemandem, der in einer gewissen Lebensepoche so recht von Zufriedenheit durchdrungen ist und sich bemüht, die Dinge aufzusuchen, die ihn befriedigen können, vielleicht trotz Schmerz und Leid, daß bei ihm eine karmische Auswirkung noch im selben Leben, wenn auch erst nach Jahrzehnten geschieht, was sich namentlich dadurch zum Ausdruck bringt, daß ein solcher Mensch, der also Zufriedenheit sich anzueignen bestrebt hat, in einer gewissen Epoche seines Lebens, ein gewisses wohltuendes Gleichmaß des Lebens auf seine Umgebung ausströmt. Sie wissen, daß es das gibt. Es gibt solche Menschen, in deren Umgebung andere ungeheuer leicht zappelig werden müssen, und solche, die einfach dadurch, daß sie da sind, andere beruhigen. Menschen, die sich bestrebt haben, in einer Epoche ihres Lebens zufrieden zu sein, erringen sich als karmische Wirkung für eine nächste Epoche desselben Lebens diese Möglichkeit, harmonisierend auf ihre Umgebung zu wirken, gewissermaßen rein durch ihr Dasein Wohltäter für ihre Umgebung zu sein.

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Cite: GA 125/1910-12-11/p020 · edition original