VIII. Karmische Wirkungen Anthroposophie Als Lebenspraxis

GA 125/1910-12-11/p027 ·1910-12-11 · original (original)
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Was wir vorhin charakterisiert haben als die Wirkung des Wohlwollens schon in einem einzelnen Leben, das können wir so sehen, daß es wirklich so etwas bewirkt wie Harmonisierung des Lebens, aber seelisch zunächst. Menschen, bei denen das von einer Inkarnation in die andere hinüberwirkt, bei denen finden wir, daß sie tatsächlich mit einer glücklicheren Organisation, die wir «geschickt» nennen können, geboren werden. Wohlwollen, Zufriedenheit in einer Inkarnation, bewirken Geschmeidigkeit, Geschicklichkeit in einer anderen Inkarnation. Wahr ist es, daß es so ist, denn dasläßt sich auf dem Gebiet der okkulten Forschung immer nachweisen. Und man kann sehr gut sich selbst beobachten und einiges von dem erfahren, wie die frühere Inkarnation in die gegenwärtige herüberwirkt. Wir können ganz sicher sein, daß es so ist bei Menschen, deren Finger ganz ungeeignet sind, einen Knopf, der abreißt, selber anzunähen, oder bei Menschen, die, wenn sie ein Glas in den Wandschrank tragen sollen, dieses glücklich zu Boden schmeißen ich übertreibe jetzt etwas. Aber in feineren Nuancen gibt es sehr zahlreiche Menschen, die so organisiert sind, daß sie gar nicht anders können, als ihre Finger nicht in der richtigen Weise zu bewegen, daß sie immer Ungeschicklichkeiten machen. Das hat eine tiefe Bedeutung für das Leben, ob man sein Instrument des Leibes wacker gebrauchen kann oder ob es einem alle Augenblicke sozusagen tückisch Hindernisse bietet. Das ist außerordentlich wichtig. Und wenn wir ein ungeschicktes Kind heranwachsen sehen, so müssen wir voraussetzen in den meisten Fällen, daß es ihm in der vorigen Inkarnation an Zufriedenheit und Wohlwollen gefehlt hat. Wenn wir Geschicklichkeit auftauchen sehen, so daß der Mensch, wenn er etwas angreift, die Sache schon förmlich vorher kann, dann ist das ganz sicher die karmische Wirkung von Wohlwollen und Zufriedenheit.

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Cite: GA 125/1910-12-11/p027 · edition original