Dritter Vortrag

GA 126/1910-12-29/p003 ·1910-12-29 · original (original)
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Einiges von dem, was bis jetzt als skizzenhafter Einblick in den okkulten Verlauf der menschlichen Entwickelung gesagt worden ist, wird Sie ja schon hinweisen darauf, daß der Verlauf der Inkarnationen, wie er durch den individuellen Charakter und die individuelle Entwickelung der Menschen selbst gegeben ist, durch das Eingreifen geistiger Kräfte aus den höheren Hierarchien modifiziert wird. Reinkarnation ist eben kein ganz so einfaches Geschehen in der Menschheitsentwickelung, wie man es gerne aus einer gewissen theoretischen Bequemlichkeit heraus annehmen möchte. Gewiß, die Tatsache liegt vor, daß der Mensch sich immer wieder verkörpert, daß das, was wir seinen Wesenskern nennen, in immer neuer Inkarnation erscheint; und ebenso ist es wahr, daß ein Ursachenzusammenhang ist zwischen den Leben, die später als Inkarnationen auftreten, und den früheren Leben. Auch das Gesetz des Karma liegt vor, das sozusagen der Ausdruck ist dieses Ursachenzusammenhanges. Darüber hinausgehend aber gibt es etwas anderes, und dieses andere führt uns erst zum Verständnis des historischen Entwickelungsganges der Menschheit. Die Entwickelung der Menschheit würde ganz anders ablaufen, wenn nichts anderes in Betracht käme als die Ursachenzusammenhänge zwischen einer und der nächsten oder zwischen vorhergehenden und’ nachfolgenden Inkarnationen des Menschen. Fortwährend aber greifen in das menschliche Leben in jeder Inkarnation mehr oder weniger — und insbesondere bei historisch führenden Persönlichkeiten — ganz bedeutsame andere Kräfte ein und bedienen sich des Menschen als eines Werkzeuges. Daraus kann geschlossen werden, daß der eigentliche, rein im Menschen selbst liegende karmische Verlauf des Lebens durch die Inkarnationen hindurch modifiziert wird; und das ist auch der Fall.

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