{"corpus":"steiner","locus":"GA 126/1910-12-29/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und jetzt werden Sie es nicht mehr unbegreiflich finden, daß ich in der ersten Stunde sagte: Es erscheint in der physischen Welt das, was früher verkörpert war, wie ein Abbild; in die Individualität flossen herein Wesenheiten der höheren Hierarchien. So daß, wenn wir von einem Menschen der griechischen Welt in früheren Zeiten sagen müssen, er war inkarniert, wir nicht nur diese in sich geschlossene Wesenheit sehen müssen, sondern hinter ihr stehend die Individualität einer höheren Hierarchie. So tritt uns in der griechisch-lateinischen Periode Alexander, so tritt uns Aristoteles gegenüber. Wir verfolgen ihre Individualitäten nach rückwärts. Da müssen wir von Alexander zurückgehen zu Gilgamesch und sagen: Bei Gilgamesch ist diese Individualität, die dann wie auf den physischen Plan herausprojiziert als Alexander erscheint; hinter ihr müssen wir einen Feuergeist sehen, der sich seiner als Werkzeug bedient. Und bei Aristoteles sehen wir, zurückgehend in der Zeit, die Mächte des alten Hellsehens wirken in dem Freunde des Gilgamesch. So also sehen wir sowohl junge wie alte Seelen, hinter denen früher Hellsichtigkeit stand, ganz herausgestellt in der griechischen Zeit auf den physischen Plan. Und so tritt uns das ganz besonders bei der großen Mathematikerin Hypatia entgegen, bei der sozusagen die ganze mathematische und philosophische Weisheit ihrer Zeit als persönliches Können, als persönliche Wissenschaft und Weisheit lebte. Das war abgeschlossen in der Persönlichkeit der Hypatia. Und wir werden noch sehen, wie diese Individualität gerade die weibliche Persönlichkeit annehmen mußte, um eine so weiche Zusammengeschlossenheit alles dessen auszuprägen, was sie früher aufgenommen hatte in den orphischen Mysterien, um alles das als persönliche Wirkungsweise auszuprägen, was sie dort vermittels der Inspiratoren als ein Schüler der orphischen Mysterien aufgenommen hatte.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-12-29","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/126/1910-12-29/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/126/1910-12-29/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/126/1910-12-29/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}