{"corpus":"steiner","locus":"GA 126/1910-12-29/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das also, was da steht als eine Offenbarung dessen, was Blavatsky in ihrer ersten Zeit aus den Rosenkreuzermysterien heraus sagte, das ist durchaus zu kontrollieren und festzustellen durch ursprüngliche Forschungen. Daraus aber werden Sie sehen, daß jene bequeme Art, die eine Inkarnation immer nur als die Wirkung einer vorhergehenden Verkörperung auffaßt, wesentlich modifiziert wird. Und Sie werden begreifen, daß Reinkarnation eine viel kompliziertere Tatsachenwelt ist, als man gewöhnlich annimmt, und daß wir sie vollkommen nur dann verstehen, wenn wir den Menschen angliedern an eine höhere überphysische Welt, die fortwährend in unsere Welt hereinwirkt. Wir können sagen, daß in jenem Zwischenraum, den wir als die griechisch-lateinische Kultur bezeichnen, dem Menschen Zeit gelassen wurde, alles das, was aus höheren Welten in die Seele durch lange Inkarnationenreihen hindurch gelegt worden war, nachzuempfinden, nachklingen zu lassen einmal über einem rein menschlichen Ich. Was die griechisch-lateinische Welt auslebte, war wie ein menschlich-persönliches Ausleben unendlicher Erinnerungen, die früher von höheren Welten in dieselben Individualitäten hineingelegt worden waren. Dürfen wir uns deshalb wundern, wenn die bedeutendsten Geister gerade der griechischen Welt das sich besonders zum Bewußtsein bringen? Sie sagten sich, wenn sie hineinschauten in ihre Innenwelt: Da strömt es heraus, da dehnen sich Welten in unsere Persönlichkeit hinein; die sind aber Erinnerungen an das, was früher von den geistigen Welten hineingegossen worden ist in uns. — Lesen Sie bei Plato, wie er das, was der Mensch erleben kann, zurückführt auf eine Erinnerung der Seele an ihre vergangenen Erlebnisse. Da sehen Sie, wie aus einem tief realen Bewußtsein der vierten nachatlantischen Epoche heraus ein solcher Geist wie Plato geschöpft hat. Wir lernen erst verstehen, was solch ein einzelner Ausspruch einer so markanten Persönlichkeit bedeutet, wenn wir okkult hineinschauen können in den Geist der Epochen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-12-29","location":null,"word_count":286,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/126/1910-12-29/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/126/1910-12-29/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/126/1910-12-29/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}