Weisheit, Frommigkeit und Lebenssicherheit

GA 127/1911-02-23/p005 ·1911-02-23 · original (original)
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Das hat die äußere Wissenschaft anerkannt. Aber noch andere Dinge wird sie gezwungen werden anzuerkennen. Schon macht sich geltend, daß Tatsachen zutage gefördert werden, welche die Menschen zwingen werden, geisteswissenschaftlich zu denken. Die Wissenschaft ist im allgemeinen nicht geneigt, sehr rasch etwas Neues aufzunehmen. Sie befolgt da eine eigentümliche Gewohnheit. Man kann große Deklamationen darüber vernehmen, daß es im «finsteren Mittelalter» Menschen gab, welche sich den Entdeckungen des Kopernikus entgegenstemmten. Seine Lehre mußte sich mit aller Mühe gegen die Finsterlinge der damaligen Zeit durchsetzen. Und die am meisten davon reden, verhalten sich geradeso nicht nur gegenüber der Geisteswissenschaft, sondern auch gegenüber solchen Tatsachen der Wissenschaft, die unsere Zeit zwingen, geistige Gesetze zu suchen. Ein Berliner Arzt stellt zum Beispiel gewisse Zahlenverhältnisse im Ablauf des Lebens fest. Dieser Arzt, Wilhelm Fließ, beginnt Aufzeichnungen darüber zu machen, wie in einzelnen Familien die Geburten mit den Todesfällen zusammenhängen. An einem bestimmten Tage stirbt in einer Familie beispielsweise eine weibliche Persönlichkeit. 1428 Tage vorher wurde das erste Enkelkind dieser Person geboren, 1428 Tiage nach dem Tode der zweite Enkel, so daß wir also hier den Tod der Großmutter haben und symmetrisch vor- und rückwärts wird je ein Enkelkind geboren. Damit noch nicht genug. In einem Zeitraum von 7 mal 1428 Tagen nach dem Tode dieser Person wird ein Urenkel geboren. So daß man, wenn man diese Sache verfolgt, immer auf ganz bestimmte Zahlenverhältnisse kommt; auf Zahlenverhältnisse, welche zuletzt in ganz wunderbarer Weise den Zusammenhang der Todes- und Geburtsfälle feststellen. Fließ hat dies in zahlreichen Fällen herausgefunden.

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