Weisheit, Frommigkeit und Lebenssicherheit

GA 127/1911-02-23/p006 ·1911-02-23 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Aber die Wissenschaft will es heute scheinbar noch nicht anerkennen, es geht heute noch zu sehr gegen ihre Richtung. Selbst die Besserung der Gesundheitsverhältnisse unterliegt dem Zahlenverhältnis. Die Zahl der Todesfälle durch Tuberkulose in einem bestimmten Zeitraum, verglichen mit der Zahl der Todesfälle von Jahrzehnten vorher, findet man geregelt durch bestimmte Zahlen. Die Ärzte sagen, sie hätten die Zahl der Fälle durch hygienische Maßnahmen eingeschränkt. Fließ wies aber nach, daß dies sich nach arithmetischen Verhältnissen berechnen lasse. Das ist der heutigen Wissenschaft zwar sehr unbequem, aber sie wird schon gezwungen werden, das Walten einer objektiven Arithmetik anzuerkennen. Sie wird wiederum auf den alten Satz des Pythagoras zurückkommen: Die Zahl ist etwas, was alles beherrscht, was webt und lebt. -— Während wir in unserer Seele rechnen, haben längst die höheren Geister gerechnet, um in den Ablauf des Lebens hineinzuversetzen, was den Zahlen entspricht. Der Pythagoreische Satz: Gott treibt Mathematik, indem er das Leben ablaufen läßt -, scheint wieder zur Geltung zu kommen. Aber dadurch würde auf der anderen Seite jene Gesinnung der äußeren Wissenschaft wiederum bestärkt, welche das Innere des Menschen ohne Anteil an seinen Lebensschicksalen sein läßt. Wenn es arithmetisch feststeht, wann wir sterben müssen, wenn Geburt und Todesfälle so zusammenhängen, daß sie 7 mal 1428 Tage voneinander entfernt sind, so scheint unser Inneres eingespannt zu sein in äußere gewaltsame Verhältnisse.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/127/1911-02-23/p006.json
Cite: GA 127/1911-02-23/p006 · edition original