Weisheit, Frommigkeit und Lebenssicherheit

GA 127/1911-02-23/p010 ·1911-02-23 · original (original)
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Ich sage das aber nicht nur, um anzudeuten, wie kompliziert diese äußeren Verhältnisse sind, sondern ich möchte zugleich darauf hinweisen, daß wir Menschen aus allen solchen Erkenntnissen eine moralische Konsequenz ziehen können. Und das ist das, was die Geisteswissenschaft uns als so unendlich Wichtiges gibt. Wir können sagen: Ich stehe in dieser Welt, ich finde in dieser Welt die Zahlenverhältnisse, welche zeigen, wie unser äußeres Leben geregelt ist. Lange Zeiten menschlicher Kulturentwickelung hat es bedurft, um dieses herauszufinden. Aber wieviel wissen wir eigentlich von dieser Regelmäßigkeit? — Und da müssen wir sagen: Unendlich wenig wissen wir. Langsam und allmählich haben wir einiges von der göttlichen Weisheit erkundet. Aber gerade wenn wir die schönsten und wichtigsten Dinge der Weisheit aufnehmen, mahnt sie uns zur Demut. Sie zeigt, wie wenig wir das Leben umspannen können mit den Gedanken, die wir haben. Diese Betrachtung ist dann ein Ansporn dafür, weiter zu streben nach dem Lichte.

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