Weisheit, Frommigkeit und Lebenssicherheit

GA 127/1911-02-23/p020 ·1911-02-23 · original (original)
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Ich habe schon öfter erwähnt, daß Fichte, der an der Pforte der Theosophie stand, etwas von diesen Zusammenhängen wußte. In ihm lebte eine solche Lebenssicherheit, daß er sagen konnte, als er über das Wesen des Menschen sprach: «Ich hebe mein Haupt kühn empor zu dem drohenden Felsengebirge und zu dem tobenden Wassersturz und zu den krachenden, in einem Feuermeer schwimmenden Wolken und sage: Ich bin ewig und trotze eurer Macht! Brecht alle herab auf mich, und du Erde und du Himmel vermischt euch im wilden Tumulte, und ihr Elemente alle schäumet und tobet und zerreibet im wilden Kampfe das letzte Sonnenstäubchen des Körpers, den ich mein nenne — mein Wille allein mit seinem festen Plane soll kühn und kalt über den Trümmern des Weltalls schweben. Denn ich habe meine Bestimmung ergriffen, und sie ist dauernder als ihr; sie ist ewig und ich bin ewig wie sie,» — Lebenssicherheit quillt aus dem Bewußtsein, daß der Mensch im Ewigen des Geistes wandelt. Kann ein Mensch schwach werden, der so im Ewigen des Geistes wurzelt? Geist-Erkenntnis ist es, die immer mehr von solcher Kraft in uns hineingießt.

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Cite: GA 127/1911-02-23/p020 · edition original