Vom Einfliessen spiritueller Erkenntnisse in das Leben
Man pflegt zu sagen: Der Tod macht alles gleich. - Gewiß, aber ebenso wahr ist, daß sich keine Situation denken läßt, auf die das hier Gesagte nicht in gleicher Weise zuträfe. Da hilft nichts weiter in der Welt, nicht ob man reich ist, ob man der Abkömmling eines reichen Adelsgeschlechtes ist — will man zu diesem geistigen Besitz kommen, so muß man den gleichen Weg machen, ein und denselben Weg machen. Nicht nur der Tod macht alles gleich, es ist das geistige Leben, vor dem alle gleich sind. Das gibt diesem geistigen Leben eine weittragende Bedeutung, denn ihm entquillt etwas, das uns über den täuschenden Sinnenschein emporhebt.
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GA 127/1911-02-26/p016 · edition original