Vom Einfliessen Spiritueller Erkenntnisse In Das Leben
Derartige Einsichten entspringen nicht einfach nur der gewöhnlichen Lebenspraxis — das ist ja nicht möglich -, sondern das kann man erst beurteilen, wenn man den ganzen Menschen kennt. Und daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, und daß in bezug auf seine einzelnen Glieder die verschiedensten Verhältnisse bestehen zwischen dem physischen, Ather- und Astralleib und so weiter, das können Sie aus sehr einfachen Dingen entnehmen. Heute hat es Ihnen vielleicht etwas spaßhaft geschienen, was im Zusammenhang damit gesagt wurde, daß der Mensch mit seinem Astral- und Ätherleib in ganz besonderer Beziehung steht zum physischen Leib. Auf der anderen Seite haben Sie vielleicht gehört, daß die Entfernung oder Krankheit eines bestimmten Organes den Menschen einem Zustand nahebringt, welcher sich wie Idiotismus ausnimmt. Wenn man nun aber den Schilddrüsensaft zum Beispiel vom Schaf einem solchen Menschen eingibt, so wird er wieder aus einem Idioten zu einem denkenden Menschen. Das ist eine bekannte Tatsache. Richtig beurteilt werden diese Tatsachen erst von der Geisteswissenschaft. Denn, warum ist das so? Ja, sehen Sie, das ist deshalb so, weil nicht nur in der Schilddrüse, sondern auch in der weit größeren Zahl der Drüsenorgane Werkzeuge gegeben sind, die aus dem Atherleib auferbaut sind. Wir brauchen unsere Werkzeuge in der physischen Welt, um etwas anzufangen. Wie wir einen Hammer brauchen, um einen Nagel einzuschlagen, so brauchen wir die Werkzeuge, wozu sie uns gegeben sind. Wenn sie herausgenommen sind, so haben wir das Werkzeug nicht mehr. Das ist aber kein Beweis, daß das Vermögen genommen ist, ihre Wirkung zu ersetzen. Aber wir müssen wissen, daß auch eine solche Wirkung nur dann möglich ist, wenn der Atherleib in Funktion tritt.
Cite:
GA 127/1911-02-26/p027 · edition original