Vom Einfliessen spiritueller Erkenntnisse in das Leben
Wenn Sie heute medizinische Bücher lesen, wird das so geschildert, als wenn der Mensch seinen Verstand verliert durch die Krankheit oder das Fehlen der Schilddrüse. Nein, er verliert nur die Anteilnahme, das Interesse, er wird stumpf und wendet seinen Verstand nicht an. Man wird nicht dadurch dumm, daß man nicht denken kann. Wenn man kein Interesse hat, bleibt der Verstand doch intakt. Was verlorengeht, ist der lebendige Anteil, den der Mensch nimmt an den Dingen, das Interesse, die Aufmerksamkeit auf die Dinge zu lenken. Derjenige, der kein Interesse hat, lenkt auf nichts seine Aufmerksamkeit, weil ihm das Werkzeug fehlt. Wir geben ihm nicht Verstand mit der Schilddrüse, sondern wir geben ihm ein Werkzeug, um lebendigen Anteil zu nehmen an den Dingen der Welt. Man beurteilt den Menschen ganz falsch, wenn man gar nichts weiß von der übersinnlichen Welt, und ein großer Teil von dem, was gelehrt wird in unseren wissenschaftlichen und populären Büchern, steht auf diesem Niveau. Wenn Sie lesen, daß der Mensch durch Verlust der Thyreoiden ein Tor und durch Aufessen von Thyreoidin gescheiter werde, so ist das nicht wahr. Wahr ist, daß seine Aufmerksamkeit geweckt wird. Überall kann an den Folgen eingesehen werden: das, was aus hellseherischer Forschung gesagt wird, ist nicht phantastisch. Wenn auch nicht ein jeder es sehen kann, belegen kann man, daß das da ist, was die Hellseher sehen. Es ist überall da. Ich empfehle Ihnen immer wiederum und wiederum an den Satz zu denken: Wenn man an sich nicht einsehen kann, was an hellseherischer Forschung ergründet wird, in der Welt kann man es erleben. - So kann man sich in mittelbarer Weise Beweise verschaffen für das, was geisteswissenschaftlich mitgeteilt wird,
Cite:
GA 127/1911-02-26/p029 · edition original