Three Lectures on the Mystery Dramas

GA 127/1911-12-19/p005 ·1911-12-19 · original (original)

Ich habe mich oftmals selber, seit diese «Prüfung der Seele» fertig geworden ist, gefragt, was für Capesius den Übergang bilden kann aus seinem Leben in einer Welt, in welcher er nur dasjenige gekannt hat — wenn auch in einer geistvollen Weise —, was die äußere Sinnesanschauung und diejenige Anschauung der Welt bietet, welche an das Instrument des Gehirnes gebunden ist, was, sage ich, für ihn den Übergang bilden kann aus einer solchen Welt in die Welt, in welche er sich dann versenkt, welche man sich nur durch die okkulten Sinnesorgane erschließen kann? Ich habe mich oft gefragt, warum das Märchen mit den drei Gestalten einen solchen Übergang für Capesius bilden muß. Denn selbstverständlich ist nicht aus irgendeinem Verstandesbegriff oder aus irgendeiner Überlegung heraus das Märchen an diese Stelle gestellt, sondern weil es die Phantasie so ergeben hat. Fragen kann man sich höchstens hinterher, warum ein solches Märchen notwendig geworden ist? Und es ergaben sich mir in einer Anknüpfung an die «Prüfung der Seele» Gesichtspunkte, die mir aufklärend erscheinen überhaupt über die Märchenpoesie und über die Poesie im Zusammenhange namentlich mit der anthroposophischen Weltanschauung.

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Cite: GA 127/1911-12-19/p005 · edition original