Three Lectures on the Mystery Dramas
Die Märchenstimmung ist, wie mir scheint, überhaupt etwas, was sich in einer voll berechtigten Weise hineinstellt zwischen die äußere Welt und all das, was der Mensch einstmals in der alten Zeit des ursprünglichen menschlichen Hellsehens in den geistigen Welten schaute, was er auch heute noch schauen kann, wenn er sich etwa durch besondere abnorme Anlagen oder durch ein regelrecht geschultes Hellsehertum zu den geistigen Welten erheben kann. Zwischen dieser Welt und der Welt der äußeren Wirklichkeit und des Verstandes und der Sinne ist die Welt des Märchens vielleicht das allerberechtigtste Zwischenglied. Es scheint mir notwendig, eine gewisse Erklärung zu finden für die ganze Stellung des Märchens und der Märchenstimmung zwischen diesen Welten. Nun ist es außerordentlich schwierig, die Brücke zwischen diesen beiden Gebieten wirklich zu schlagen. Aber da kam es mir vor Augen, als wenn sie durch ein Märchen selber zu schlagen wäre. Und besser als alle theoretischen Erklärungen scheint mir ein sehr einfaches Märchen diese Brücke wirklich zu schlagen, das man etwa so erzählen könnte:
Cite:
GA 127/1911-12-19/p009 · edition original