Three Lectures on the Mystery Dramas

GA 127/1911-12-19/p016 ·1911-12-19 · original (original)

Was ich Ihnen jetzt gleichsam rein als ein persönliches Aperçu sagte, als etwas, was sich mir ergeben hat als Grund, warum damals gerade der notwendige Einfall kam, dieses Märchen an diese Stelle zu stellen, stimmt mit dem überein, was wir nennen können etwa die Geschichte von der Entstehung der Märchen überhaupt in der menschheitlichen Entwickelung. Es stimmt in einer ausgezeichneten Weise überhaupt zu der Art, wie die Märchen in der Menschheit heraufgekommen sind. Wenn wir auf die früheren Zeiten menschheitlicher Entwickelung zurückblicken, finden wir überall bei den Völkern in den Urzeiten ein gewisses primitives Hellsehen, ein Hineinschauen in die geistige Welt. Wir müssen daher in jenen Zeiten nicht nur unterscheiden die beiden wechselnden Zustände von Wachen und Schlafen, oder höchstens als einen chaotischen Übergangszustand noch das Träumen, sondern wir müssen noch einen Übergangszustand zwischen Wachen und Schlafen bei den alten Völkern annehmen, der diese Menschen nicht traumhaft, sondern als in eine Wirklichkeit schauend, in die Möglichkeit versetzte, mit dem geistigen Dasein zu leben. Der gegenwärtige Mensch ist mit seinem Bewußtsein in der Welt beim Tagwachen, aber nur mit seinem sinnlichen Bewußtsein und mit seinem Verstande. Er ist arm geworden wie der arme Bursche, der nichts hat als die kluge Katze. Dann aber kann er auch in der geistigen Welt sein, nämlich in der Nacht. Da schläft er aber, da hat er kein Bewußtsein von den geistigen Welten. Zwischen diesen zwei Zuständen hatte der Urmensch noch den dritten, der ihm etwas vor die Seele zauberte wie gewaltige Bilder. Er lebte dann in dem, was der Hellseher, der die Kunst des Hellsehens erreicht hat, auch hat, nur daß er es nicht traumhaft und nicht in einem Chaos, sondern in einer wirklichen Welt hat. Aber doch hatte es der alte Mensch so, daß er mit einem klaren Bewußtsein seine Imaginationen umspannen konnte. In diesen drei Zuständen lebte der Urmensch. Und wenn er so seine Seele hinaus erweitert fühlte in das geistige All, überall zusammenhängend mit geistigen Wesen anderer Art, angrenzend an die Hierarchien, an die geistigen Wesen, die in den Elementen, in Erde, Wasser, Luft und Feuer leben, wenn er so sein Wesen über die engen Grenzen seines Seins hinaus erweitert fühlte, dann fühlte er sich wohl in solchen Zwischenzuständen als der Riese, der aber immer platzte, wenn die Sonne aufging und er in den Wachzustand übergehen mußte.

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