Three Lectures on the Mystery Dramas

GA 127/1911-12-19/p030 ·1911-12-19 · original (original)

So lange Sie sagen Licht und Luft und damit nichts anderes meinen als das Helle und das Wehende, haben Sie keine Imagination. Aber die Worte sind selber Imagination. Und wenn man ihre imaginative Gewalt noch empfindet, dann empfindet man bei einem Worte, wenn prädominiert wie im Worte Licht das I, ein strahlendes, helles Unbestimmtes, und bei U wie in Luft ein Erfülltes und sich Erfüllendes. Und weil der Strahl ein dünn Erfüllendes ist, die Luft ein voll Erfüllendes ergibt, deshalb hat eine Alliteration die Stammverwandtschaft mit dem Erfüllenden. Und es ist nicht gleichgültig, ob man Worte, die Stabreim haben oder keinen, als Licht und Luft zusammenstellt, und es ist nicht gleichgültig, ob man die Namen von drei Brüdern einfach zusammenstellt, oder ob man sie so zusammenstellt, daß man spürt, daß der Weltenwille sie selber vereinigt hat, wie Gunther, Gernot, Giselher. Da empfand die Empfindungsseele die alte Imagination im Stabreim.

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