{"corpus":"steiner","locus":"GA 128/1911-03-21/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Diejenigen Organsysteme, Werkzeugsysteme des menschlichen Organismus, welche dabei zuerst in Betracht kommen werden, sollen sein der Ernährungsapparat und alles das, was zwischen dem Ernährungsapparat und jenem wunderbaren Gebilde liegt, das wir unschwer wie eine Art Mittelpunkt der ganzen menschlichen Organisation empfinden können, dem Herzen. Da zeigt uns gleich der oberflächliche Blick, daß der Ernährungsapparat — wie man ihn im populären Sinne nennen kann — dazu bestimmt ist, die Stoffe unserer äußeren irdischen Umwelt aufzunehmen und für die weitere Verarbeitung im physischen Organismus des Menschen vorzubereiten. Wir wissen, daß dieser Verdauungsapparat zunächst von unserem Munde aus röhrenförmig zu dem Organ sich erstreckt, das jeder als den Magen kennt. Und schon eine oberflächliche Betrachtung lehrt uns, daß von jenen Nahrungsmitteln, die durch diesen Kanal in den Magen eingeführt werden, gewissermaßen unverwendete Teile einfach abgesondert werden, während andere Teile von den weiteren Verdauungsorganen in den menschlichen Leibesorganismus übergeführt werden. Es ist ja auch wohl bekannt, daß an den eigentlichen Verdauungsapparat im engeren Sinne sich das anschließt, was wir das Lymphsystem nennen - ich will jetzt zunächst nur schematisch sprechen -, um die vom Verdauungsapparat hineingelieferten Nahrungsstoffe in verwandeltem Zustande aufzunehmen. So daß wir sagen können, daß an den Verdauungsapparat, soweit er sich an den Magen angliedert, ein Organsystem sich anschließt, das Lymphsystem, als eine Summe von Kanälen, die durch den ganzen Körper gehen, ein System, welches das übernimmt, was durch den Verdauungsapparat verarbeitet ist, und die umgewandelten Stoffe abliefert an das Blut. Und dann haben wir das dritte Glied der Menschennatur, das Blutgefäßsystem selber mit seinen weiteren oder engeren Röhren, wie es sich durch den ganzen menschlichen Organismus zieht und das zum Mittelpunkte seines ganzen Wirkens das Herz hat. Wir wissen ja, daß vom Herzen diejenigen bluterfüllten Gefäße ausgehen, die wir die Arterien nennen, und daß diese nach allen Teilen unseres Organismus das sogenannte rote Blut hinführen. Das Blut macht einen gewissen Prozeß in den einzelnen Gliedern des menschlichen Organismus durch, wird dann wiederum zurückgeführt durch andere Gefäße, die Venen, die es aber jetzt in verändertem, verwandeltem Zustande als sogenanntes blaues Blut zu dem Herzen zurückbringen. Wir wissen auch, daß dieses verwandelte, unbrauchbar gewordene Blut von dem Herzen in die Lunge geleitet wird, daß es dort in Berührung kommt mit dem von außen aufgenommenen Sauerstoff der Luft, daß es dadurch erneuert und dann wiederum in Venen zum Herzen zurückgeleitet wird, um von neuem den Umlauf durch den ganzen menschlichen Organismus zu beginnen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1911-03-21","location":null,"word_count":399,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/128/1911-03-21/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/128/1911-03-21/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/128/1911-03-21/p006"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}