Vierter Vortrag

GA 128/1911-03-23/p011 ·1911-03-23 · original (original)
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So haben wir im menschlichen Blutorganismus auch von diesem Gesichtspunkte aus etwas ganz Wunderbares vor uns. Wir haben in ihm ein wirkliches, echtes Ausdrucksmittel des menschlichen Ich, das ja in der Tat auf der einen Seite der Außenwelt zugekehrt ist, auf der anderen Seite dem eigenen Innenleben zugekehrt ist. So wie wir gesehen haben, daß der Mensch durch sein Nervensystem den Impressionen der Außenwelt zugewendet ist, also die Außenwelt sozusagen auf dem Umwege durch die Nerven in sich aufnimmt, so kommt er in eine unmittelbare Berührung mit der Außenwelt durch sein Blut, indem das Blut den Sauerstoff der Luft durch die Lungen aufnimmt. Daher können wir also sagen: In dem, was uns gegeben ist auf der einen Seite in dem Milz-Leber-Gallesystem und auf der anderen Seite in dem Lungensystem, haben wir zwei einander entgegenwirkende Systeme, die sich gleichsam berühren in dem Blut. Außenwelt und Innenwelt berühren sich durch das Blut ganz unmittelbar im menschlichen Organismus, indem das Blut von der einen Seite her mit der äußeren Luft in Berührung kommt und von der anderen Seite her mit den Nahrungsmitteln, denen ihre eigene Natur genommen ist. Es stoßen also, möchte man sagen, wie positive und negative Elektrizität, hier zwei Weltenwirkungen im Menschen zusammen. Und wir können uns sehr leicht vorstellen, wo das Organsystem liegt, welches bestimmt und geeignet ist, das Aufeinanderprallen dieser beiden Weltenkraftsysteme auf sich wirken zu lassen. Bis zum Herzen herauf, insofern das Blut durch das Herz strömt, wirken die umgewandelten Nahrungssäfte. Bis zum Herzen herein, insofern es vom Blute durchflossen wird, wirkt der Sauerstoff der Luft, der unmittelbar aus der Außenwelt in unser Blut tritt, so daß wir im Herzen dasjenige Organ haben, in dem sich diese zwei Systeme begegnen, in die der Mensch hineinverwoben ist, an denen er nach zwei Seiten hängt. Es ist mit diesem menschlichen Herzen so, daß wir sagen könnten: An ihm hängt auf der einen Seite der ganze menschliche innere Organismus, und auf der anderen Seite ist der Mensch durch das Herz unmittelbar angeknüpft an den Rhythmus, an die Regsamkeit der äußeren Welt.

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