{"corpus":"steiner","locus":"GA 128/1911-03-27/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Jedem denkerischen Vorgange entspricht ein Vorgang in unserem Organismus, ebenso jedem Gefühlsvorgange und ebenso jedem Vorgange, der mit dem Ausdruck Willensimpuls bezeichnet werden muß. Gleichsam könnten wir sagen: Wenn in unserem Seelenleben etwas vorgeht, wird eine Welle angeschlagen, die sich bis hinunter in den physischen Organismus fortpflanzt. - Nehmen wir zunächst den Vorgang des Denkens. Da ist es am besten, einen solchen Gedankenprozeß ins Auge zu fassen, der wie das rein mathematische Denken oder ein ähnliches objektives Denken unsere Gefühle und unseren Willen unbeeinflußt läßt. Solche Gedankenprozesse, die denkerische Prozesse «in Reinkultur» sind, wollen wir zunächst ins Auge fassen. Was geht in unserem Organismus vor, wenn sich solche Gedankenprozesse in unserem Seelenleben abspielen? Jedesmal, wenn wir denken, wenn wir Gedanken fassen, findet in unserem Organismus ein Prozeß statt, den wir vergleichen können - ich sage das nicht als Analogie, sondern als eine Tatsache, der Vergleich soll uns auf Tatsachen führen -, den wir vergleichen können mit dem Prozeß einer Kristallisation. Wenn wir in einem Glase Wasser haben, das bis zu einem gewissen Grade erwärmt ist, und darin irgendein Salz, Steinsalz zum Beispiel, aufgelöst haben und bringen nun durch Abkühlung des Wassers dieses aufgelöste Salz zur Kristallisation, dann vollzieht sich der der Auflösung entgegengesetzte Prozeß. Wenn das Salz ganz aufgelöst ist, ist das Wasser durchsichtig. Wenn aber das Wasser wieder abgekühlt wird und der der Auflösung entgegengesetzte Prozeß im Wasser sich vollzieht, dann wird das Salz wieder herauskristallisiert aus dem Wasser; es geschieht eine Salzrückbildung, eine Salzeinlagerung im Wasser. Der Prozeß stellt sich also so dar, daß wir sehen: In dem vorher warmen Wasser entsteht, wenn wir es abkühlen, ein Festes; es lagert sich im Flüssigen ein Festes ein, eine Salzablagerung. Wie gesagt, ich habe vorausgesetzt, daß durch die Angaben okkulter Resultate derjenige, der nur pedantisch im rein philiströsen Sinne die Tatsachen zugeben will, die von der Wissenschaft registriert sind, zunächst schockiert werden kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1911-03-27","location":null,"word_count":313,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/128/1911-03-27/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/128/1911-03-27/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/128/1911-03-27/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}