Achter Vortrag
So also sehen wir, wie dem bewußten Leben des Menschen zugrundeliegt einerseits ein dumpfes Innenleben, andererseits die Fähigkeit, sich der Außenwelt aufzuschließen, mit der Außenwelt Verbindung zu haben. Dadurch erst kann der Mensch ein Ich-Wesen sein. Nur dadurch, daß er nicht nur die Widerstände in seinem eigenen Innern in seinen Absonderungsprozessen spürt, sondern auch die Widerstände, die die Außenwelt ihm entgegensetzt, kann der Mensch sein Ich-Bewußtsein entwickeln. So ist in der Tatsache, daß sich der Mensch auch wieder nach außen aufschließen kann, die Grundlage gegeben für die physische Ichheit des Menschen. Damit aber muß der Mensch auch die Möglichkeit haben, in der mannigfaltigsten Weise das Organ dieser Ichheit auszubilden. Und wir haben ja gesehen, wie in der Tat das Organ der Ichheit, das Blut, sich eingliedert in den Organismus und wie der Blutkreislauf alle Organe durchzieht, um ein Werkzeug zu sein für die Ichheit. So wie die Ichheit geistig-seelisch den gesamten Menschen durchlebt und durchwebt, so durchzieht physisch der Blutkreislauf den gesamten menschlichen Organismus und wendet sich dabei gleichsam nach zwei Seiten, nach dem Innenwesen des Menschen mit den sieben Organen und so weiter, und dann haben wir wieder ein Sichaufschließen nach außen, ein In-Verbindung-Treten mit der äußeren Welt. Wir können also im höchsten Sinne des Wortes von einem Kreislauf der Kräfte sprechen, welche hinter den physischen Erscheinungen stehen und welche durch das Ich einen Verbindungspunkt finden.
Cite:
GA 128/1911-03-28/p013 · edition original