Achter Vortrag
Zunächst erlebt der Mensch durch die Absonderung der Lymphe sein Innenleben nur in dumpfem Bewußtsein. Dann aber muß auch aus dem Blute abgesondert werden können, und in dieser Absonderung wird der Mensch gewahr, daß er als Eigenwesenheit der Außenwelt gegenübersteht, als inneres Ich. Der Mensch würde aber in seinem Erleben der Außenwelt so gegenüberstehen, daß er sich selbst innerlich verlöre, würde er nicht wissen, daß das dasjenige, was da die Luft atmet und die Ernährungsstoffe von außen aufnimmt und verarbeitet, dasselbe Wesen ist wie das, welches er im Inneren erlebt. Daß der Mensch sich nicht verliert, daß er mit seinem Eigenwesen der Außenwelt gegenübersteht, das ist dadurch möglich, daß er durch die Lungen aus dem umgewandelten Blut absondert die Kohlensäure und durch die Nieren die umgewandelten Stoffe absondert, die aus dem Blut heraus kommen.
Cite:
GA 128/1911-03-28/p020 · edition original