Achter Vortrag
Damit sind in ihrer Funktion sowohl die Organe gekennzeichnet, die einen aufsteigenden Prozeß vermitteln, Leber, Galle, Milz, wie auch diejenigen Organe, die einen absteigenden Prozeß vermitteln, Lungen und Nieren. Wir dürfen da aber nicht schematisieren — das geht bei theosophischen Betrachtungen überhaupt nicht —, wir müssen sehen, daß die Lungen, indem sie sich nach außen aufschließen, auch einen aufsteigenden Prozeß vermitteln. Wir sehen also, wie diese sieben wichtigsten Glieder des inneren menschlichen Weltsystems zusammenhängen mit dem inneren Erleben des Menschen und mit dem Sichaufschließen nach außen. Diese sieben Glieder verwandeln auf der einen Seite die Eigenregsamkeit der Nahrungsstoffe in innere Regsamkeit des Organismus und versorgen mit diesen umgewandelten Stoffen den menschlichen Organismus. Sie machen es möglich, daß der Mensch sich wieder nach außen aufschließt. Sie machen es aber auch möglich, daß das, was der Mensch als eine zu starke innere Regsamkeit entwickelt, abgestoßen wird nach außen durch die Absonderungsprozesse der Lungen und Nieren. Durch die Arbeit der Lungen und Nieren haben wir also eine regelmäßige Regulierung der Regsamkeit der menschlichen Organsysteme. Dieses ganze Verhältnis, in dem die menschlichen Organsysteme zueinander stehen, das drückt sich so aus, daß man im Okkultismus in der Tat kein besseres Bild dafür geben konnte, als daß man sagte: Das Herz als Sonne steht im Mittelpunkt und beeinflußt die drei Organe des inneren Weltsystems, die die aufsteigenden Prozesse besorgen, Leber, Galle, Milz. So wie im Makrokosmos die Sonne im Planetensystem steht zu den äußeren Planeten Jupiter, Mars, Saturn, so steht im Mikrokosmos, im menschlichen Organismus, die innere Sonne, das Herz, zu Leber-Jupiter, Galle-Mars, Milz-Saturn. Ich müßte nun nicht wochenlang, sondern monatelang reden, wenn ich Ihnen alle die Gründe auseinandersetzen wollte, warum vor einem genauen und intimen okkulten Beobachten das Verhältnis der Sonne zu den äußeren Planeten unseres Planetensystems wirklich in Parallele gesetzt werden darf zu dem Verhältnis, das im menschlichen Organismus das Herz hat zu dem inneren Weltsystem, zu Leber, Galle und Milz. Es ist in der Tat das äußere Verhältnis absolut so hereingenommen, daß in der Wechselwirkung dieser Organe sich das widerspiegelt, was in der großen Welt des Makrokosmos, in unserem Sonnensystem vor sich geht. Und ebenso ist es berechtigt, davon zu sprechen, daß die Vorgänge, die sich abspielen zwischen der Sonne und den inneren Planeten bis zu unserer Erde herunter, sich widerspiegeln in dem Verhältnis des Herzens zu den Lungen und zu den Nieren. So haben wir in diesem inneren Weltsystem des Menschen etwas, was das äußere Weltsystem widerspiegelt.
Cite:
GA 128/1911-03-28/p021 · edition original