Achter Vortrag
Wie kann das geschehen? Wenn wir ein Organ des inneren Systems treffen wollen, das eine zu starke innere Regsamkeit entwickelt, so müssen wir in der Außenwelt dasjenige suchen, welches die entgegengesetzte Regsamkeit hat, und dies dem Organismus zuführen, um dadurch die zu starke Regsamkeit des Organs bekämpfen zu können. Das heißt, wir müssen versuchen, jene äußeren Regsamkeiten aufzufinden, welche den Regsamkeiten der einzelnen Organe entsprechen. Im Mittelalter haben die Menschen noch vieles davon gewußt, wie die Stoffe der Umwelt, also äußere Substanzen, der übertriebenen Regsamkeit der Organe entgegenwirken können. Für den heutigen Menschen, dem solche Dinge oft nur aus verballhornten Schriften des Mittelalters entgegentreten, in denen er nichts als bunten Aberglauben sehen kann, hört sich das ganz sonderbar an. Aber von der okkulten Wissenschaft ist das Entsprechen der Organe des inneren Weltsystems mit gewissen äußeren Substanzen durch Jahrtausende sorgfältig, tief und gründlich untersucht worden, und unzählige Beobachtungen, die mit dem hellsichtigen Auge gemacht worden sind, haben erwiesen, daß zum Beispiel dem übermäßig tätigen inneren Jupiter, der Leber, Einhalt geboten werden kann durch die Metallsubstanz des Zinns. Die übermäßige innere Regsamkeit der Galle bekämpfen wir durch dasjenige, was in der Metallsubstanz des Eisens zum Ausdruck kommt. Das ist gar nicht zu verwundern, denn Eisen ist das einzige Metall, das wir in unserem Blut haben müssen als wesentlichen Bestandteil für das Werkzeug des Ich, und wir haben ja gesehen, daß in der Galle gerade dasjenige Organ vorliegt, welches vermittelt die Verbindung von dem Ich mit dem dichtesten Materiellen, das dem Menschen eingelagert wird, dem Nahrungsstrom. Ebenso können wir sagen, daß die Milz ihre äußere Entsprechung hat in dem Metall Blei. Dem Herzen - Sonne - entspricht das Gold. Den Lungen — Merkur -, das sagt der Name selbst, entspricht das Quecksilber und den Nieren das Metall Kupfer, also die Venus. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
Cite:
GA 128/1911-03-28/p024 · edition original