Achter Vortrag

GA 128/1911-03-28/p043 ·1911-03-28 · original (original)
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Was zeigt uns nun der Okkultismus in bezug auf die hierbei obwaltenden Verhältnisse? Er zeigt uns, daß unter den heutigen physischen Bedingungen der weibliche Keim [Entoderm] nur imstande ist, eine solche menschliche Körperanlage zu produzieren, die, wenn sie sich einzeln entwickeln wollte, nicht das entwickeln könnte, was wir das Formprinzip nennen, das zuletzt zur Einlagerung des Knochensystems führt, das dem Menschen seine Festigkeit gibt; und auch das Hauptsinnessystem würde nicht durch den weiblichen Keim geliefert werden können. Es ist der weibliche Keim so angelegt, daß man fast sagen könnte, das, was da entsteht, würde zu gut sein für die Welt, so wie sie heute besteht, denn es sind nicht alle Prozesse in der äußeren physischen Welt vorhanden, welche einem solchen Organismus notwendig wären. Dieser weibliche Menschenorganismus könnte sozusagen nicht bis zu jener «Vererdigung» fortschreiten, wie sie in dem eingelagerten Knochensystem zum Ausdruck kommt, und er hätte nicht die Möglichkeit, verbunden zu sein mit der Außenwelt durch die Sinne. Er müßte in den äußeren Bedingungen eine Stütze finden, um sein weicheres inneres Material, das er anstelle des festen Knochengerüstes hätte, auszugleichen; er könnte sich nicht nach außen aufschließen, sondern würde in seinem inneren Leben abgeschlossen bleiben. Das ist der weibliche Anteil an der Keimanlage; er würde über das Ziel dessen hinausschießen, was heute in unserem irdischen Dasein möglich ist, einfach weil in den heutigen physischen Erdenverhältnissen nicht die Bedingungen gegeben sind, welche ein solcher verfeinerter Organismus nötig hätte, der so wenig zur Vererdigung und zum Aufschließen nach außen angelegt ist. Ein solcher Organismus wäre unter den heutigen irdischen Verhältnissen von vornherein zum Tode bestimmt. So ist wirklich der menschlichen Keimanlage, gerade durch die Tendenz, daß der Mensch in seiner Fortentwickelung zu weit kommen könnte, schon die Ursache dafür eingeprägt, daß der Mensch zum Tode bestimmt ist.

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Cite: GA 128/1911-03-28/p043 · edition original