Vom Leben des Menschen nach dem Tode

GA 13/c07_part_iii/p002 · original (original)

Die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt (vergleiche Kapitel III) ist in ihrer Dauer dadurch bestimmt, dass das «Ich» in der Regel erst dann wieder in die physisch-sinnliche Welt zurückkehrt, wenn diese sich inzwischen so umgestaltet hat, dass Neues von dem «Ich» erlebt werden kann. Während dieses in den geistigen Gebieten ist, ändert sich der Erdenwohnplatz. Diese Änderung hängt nach einer Richtung hin mit den großen Veränderungen im Weltall zusammen; mit Veränderungen in der Stellung der Erde zur Sonne usw. Das aber sind durchaus Veränderungen, in denen gewisse Wiederholungen in Verbindung mit neuen Verhältnissen eintreten. Sie finden ihren äußeren Ausdruck darin, dass zum Beispiel der Punkt am Himmelsgewölbe, in welchem die Sonne bei Frühlingsanbeginn aufgeht, sich im Laufe von etwa 26.000 Jahren in einem vollständigen Kreise dreht. Dieser Frühlingspunkt bewegt sich dadurch im Laufe dieser Zeit von einem Himmelsgebiete zum andern. Im Verlaufe des zwölften Teiles jener Zeit, das ist in 2100 Jahren ungefähr, haben sich die Verhältnisse auf der Erde so weit verändert, dass die Menschenseele auf derselben Neues nach einer vorangegangenen Verkörperung erleben kann. Da aber die Erlebnisse des Menschen verschieden sind, je nachdem er sich als Frau oder als Mann verkörpert, so finden innerhalb des charakterisierten Zeitraumes in der Regel zwei Verkörperungen, eine als Mann, eine als Frau, statt. Doch hängen diese Dinge auch davon ab, wie die Kräfte sind, welche sich der Mensch aus dem Erdendasein durch den Tod hindurch mitnimmt. Daher sind alle solche Angaben, wie die hier gegebenen, nur so aufzufassen, dass sie im wesentlichen gelten, im einzelnen aber sich in der mannigfaltigsten Weise abgeändert zeigen. Von den angeführten Verhältnissen im Weltenall hängt es eben nur in einer Beziehung ab, wie lange das Menschen-Ich in der geistigen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verweilt. In einer andern Beziehung hängt dies ab von den Entwicklungszuständen, welche der Mensch in dieser Zeit durchmacht. Diese Zustände führen das «Ich» nach einem gewissen Zeitablauf zu einer geistigen Verfassung, die in ihrem inneren Geisterleben nicht mehr Befriedigung findet, welche das Verlangen nach jener Bewusstseinsänderung entwickelt, die in dem Sichspiegeln durch das physische Erleben sich befriedigt. Aus dem Zusammenwirken dieses inneren Durstes nach Verkörperung und der im Weltenall gegebenen Möglichkeit, die entsprechende Leiblichkeit zu finden, erfolgt der Eintritt des Menschen in das Erdenleben. Er erfolgt — weil zweierlei zusammenwirken muss — das eine Mal, auch wenn der «Durst» noch nicht seine Höhe erreicht hat, weil eine annähernd angepasste Verkörperung erreicht werden kann; das andere Mal, auch wenn der «Durst» über seine normale Höhe hinausgeschritten ist, weil zur entsprechenden Zeit noch keine Möglichkeit der Verkörperung da war. Die allgemeine Lebensstimmung, in der sich ein Mensch durch die Beschaffenheit seines körperlichen Wesens befindet, hängt mit diesen Verhältnissen zusammen.

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