Schlaf und Tod
Wenn der Mensch in Schlaf versinkt, dann verändert sich der Zusammenhang in seinen Gliedern. Das, was vom schlafenden Menschen auf der Ruhestätte liegt, enthält den physischen Leib- und den Ätherleib, nicht aber den Astralleib und nicht das Ich. Weil der Ätherleib mit dem physischen Leibe im Schlafe verbunden bleibt, deshalb dauern die Lebenswirkungen fort. Denn in dem Augenblicke, wo der physische Leib sich selbst überlassen wäre, müsste er zerfallen. Was aber im Schlafe ausgelöscht ist, das sind die Vorstellungen, das ist Leid und Lust, Freude und Kummer, das ist die Fähigkeit, einen bewussten Willen zu äußern, und ähnliche Tatsachen des Daseins. Von alledem ist aber der Astralleib der Träger. Es kann für ein unbefangenes Urteilen natürlich die Meinung gar nicht in Betracht kommen, dass im Schlafe der Astralleib mit aller Lust und allem Leid, mit der ganzen Vorstellungsund Willenswelt vernichtet sei. Er ist eben in einem andern Zustande vorhanden. Dass das menschliche Ich und der Astralleib nicht nur mit Lust und Leid und all dem andern Genannten erfüllt sei, sondern davon auch eine bewusste Wahrnehmung habe, dazu ist notwendig, dass der Astralleib mit dem physischen Leib und Ätherleib verbunden sei. Im Wachen ist er dieses, im Schlafen ist er es nicht. Er hat sich aus ihm herausgezogen. Er hat eine andere Art des Daseins angenommen als diejenige ist, die ihm während seiner Verbindung mit physischem Leibe und Ätherleibe zukommt. Es ist nun die Aufgabe der Erkenntnis des Übersinnlichen, diese andere Art des Daseins im Astralleibe zu betrachten. Für die Beobachtung in der äußeren Welt entschwindet der Astralleib im Schlafe; die übersinnliche Anschauung hat ihn nun zu verfolgen in seinem Leben, bis er wieder Besitz vom physischen Leibe und Ätherleibe beim Erwachen ergreift. Wie in allen Fällen, in denen es sich um die Erkenntnis der verborgenen Dinge und Vorgänge der Welt handelt, gehört zum Auffinden der wirklichen Tatsachen des Schlafzustandes in ihrer eigenen Gestalt die übersinnliche Beobachtung; wenn aber einmal ausgesprochen ist, was durch diese gefunden werden kann, dann ist dieses für ein wahrhaft unbefangenes Denken ohne weiteres verständlich. Denn die Vorgänge der verborgenen Welt zeigen sich in ihren Wirkungen in der offenbaren. Ersieht man, wie das, was die übersinnliche Betrachtung angibt, die sinnenfälligen Vorgänge verständlich macht, so ist eine solche Bestätigung durch das Leben der Beweis, den man für diese Dinge verlangen kann. Wer nicht die später anzugebenden Mittel zur Erlangung der übersinnlichen Beobachtung gebrauchen will, der kann die folgende Erfahrung machen. Er kann zunächst die Angaben der übersinnlichen Erkenntnis hinnehmen und dann sie auf die offenbaren Dinge seiner Erfahrung anwenden. Er kann auf diese Art finden, dass das Leben dadurch klar und verständlich wird. Und er wird zu dieser Überzeugung um so mehr kommen, je genauer und eingehender er das gewöhnliche Leben betrachtet.