Schlaf und Tod

GA 13/l03/p020 · original (original)

Die Vorgänge zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sind für die äußere sinnliche Beobachtung natürlich noch verborgener als dasjenige, was dem offenbaren Dasein zwischen Geburt und Tod als Geistiges zugrunde liegt. Diese sinnliche Beobachtung kann für diesen Teil der verborgenen Welt die Wirkungen nur da sehen, wo sie ins physische Dasein eintreten. Es muss für sie die Frage sein, ob der Mensch, der durch die Geburt ins Dasein tritt, etwas mitbringt von dem, was die übersinnliche Erkenntnis von Vorgängen zwischen einem vorigen Tode und der Geburt beschreibt. Wenn jemand ein Schneckenhaus findet, in dem nichts von einem Tiere zu merken ist, so wird er doch nur anerkennen, dass dieses Schneckenhaus durch die Tätigkeit eines Tieres entstanden ist, und kann nicht glauben, dass es sich durch bloße physische Kräfte in seiner Form zusammengefügt hat. Ebenso kann jemand, der den Menschen im Leben betrachtet und etwas findet, was aus diesem Leben nicht stammen kann, vernünftigerweise zugeben, dass es von dem stammt, was die Wissenschaft des Übersinnlichen beschreibt, wenn dadurch ein erklärendes Licht auf das sonst Unerklärliche fällt. So könnte auch da die sinnlich-verständige Beobachtung aus den sichtbaren Wirkungen die unsichtbaren Ursachen begreiflich finden. Und wer dies Leben völlig unbefangen betrachtet, dem wird sich auch das mit jeder neuen Beobachtung immer mehr als das Richtige ergeben. Nur handelt es sich darum, den richtigen Gesichtspunkt zu finden, um die Wirkungen im Leben zu beobachten. Wo liegen zum Beispiel die Wirkungen dessen, was die übersinnliche Erkenntnis als Vorgänge der Läuterungszeit schildert? Wie tritt die Wirkung dessen zutage, was der Mensch nach dieser Läuterungszeit im rein geistigen Gebiete, nach den Angaben der geistigen Forschung, erleben soll?

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Cite: GA 13/l03/p020 · edition original