Die Weltentwicklung und der Mensch
Die zweite der angedeuteten großen Entwicklungsperioden, die «Sonnenstufe», bewirkt die Erhebung des Menschenwesens zu einem höheren Bewusstseinszustand, als derjenige war, den es auf dem Saturn erreicht hatte. Mit dem gegenwärtigen Bewusstsein des Menschen verglichen, könnte allerdings dieser Sonnenzustand als «Unbewusstheit» bezeichnet werden. Denn er kommt annähernd gleich dem, in welchem sich der Mensch jetzt während des völlig traumlosen Schlafes befindet. Oder man könnte ihn auch mit dem niederen Bewusstseinsgrade vergleichen, in dem gegenwärtig unsere Pflanzenwelt schlummert. Für die übersinnliche Anschauung gibt es keine «Unbewusstheit», sondern nur verschiedene Grade der Bewusstheit. Alles in der Welt ist bewusst. — Das Menschenwesen erlangt im Laufe der Sonnenentwicklung den höheren Bewusstseinsgrad dadurch, dass ihm da der Äther- oder Lebensleib eingegliedert wird. Bevor dies geschehen kann, müssen sich in der oben geschilderten Art die Saturnzustände wiederholen. Diese Wiederholung hat einen ganz bestimmten Sinn. Wenn nämlich die Ruhepause abgelaufen ist, von welcher in den vorhergehenden Ausführungen gesprochen worden ist, dann tritt aus dem «Weltschlafe» dasjenige, was vorher Saturn war, als neues Weltwesen, als Sonne hervor. Es haben sich damit aber die Verhältnisse der Entwicklung verändert. Die Geistwesen, deren Wirken für den Saturn dargestellt worden ist, sind zu anderen Zuständen vorgerückt. Der Menschenkeim erscheint aber zuerst auf der neugebildeten Sonne als das, was er auf dem Saturn geworden ist. Er muss zunächst die verschiedenen Entwicklungsstadien, die er auf dem Saturn angenommen hat, so umwandeln, dass sie zu den Verhältnissen auf der Sonne passen. Die Sonnenepoche beginnt deshalb mit einer Wiederholung der Saturntatsachen, aber unter Anpassung an die veränderten Verhältnisse des Sonnenlebens. Wenn nun das Menschenwesen so weit ist, dass seine auf dem Saturn erlangte Entwicklungshöhe den Sonnenverhältnissen angepasst ist, dann beginnen die bereits genannten «Geister der Weisheit» damit; den Äther- oder Lebensleib in den physischen Leib einströmen zu lassen. Die höhere Stufe, welche der Mensch auf der Sonne erreicht, kann somit dadurch charakterisiert werden, dass der bereits auf dem Saturn in der Keimanlage gebildete physische Leib auf eine zweite Stufe der Vollkommenheit gehoben wird, indem er zum Träger eines Äther- oder Lebensleibes wird. Dieser Äther- oder Lebensleib erlangt während der Sonnenentwicklung für sich selbst den ersten Grad seiner Vollkommenheit. Damit aber dieser zweite Vollkommenheitsgrad für den physischen Leib und der erste für den Lebensleib erzielt werden, ist im weiteren Verlauf des Sonnenlebens das Eingreifen noch anderer Geistwesen in ähnlicher Art notwendig, wie es schon für die Saturnstufe beschrieben worden ist.