Die Weltentwicklung und der Mensch

GA 13/l04/p080 · original (original)

Die geschilderten Vorgänge stellen die Erdenentwicklung von der äußeren Seite dar; von der Seite des Geistes betrachtet, ergibt sich das Folgende. Die geistigen Wesenheiten, welche den Mond aus der Erde herauszogen und ihr eigenes Dasein mit dem Monde verbanden — also Erden-Mondenwesen wurden —, bewirkten durch die Kräfte, die sie von dem letzteren Weltkörper aus auf die Erde sandten, eine gewisse Gestaltung der menschlichen Organisation. Ihre Wirkung ging auf das vom Menschen erworbene «Ich». In dem Zusammenspiel dieses «Ich» mit Astralleib, Ätherleib und physischem Leib machte sich diese Wirkung geltend. Durch sie entstand im Menschen die Möglichkeit, die weisheitsvolle Gestaltung der Welt in sich bewusst zu spiegeln, sie abzubilden wie in einer Erkenntnisspiegelung. Man erinnere sich, wie geschildert worden ist, dass während der alten Mondenzeit der Mensch durch die damalige Abtrennung von der Sonne in seiner Organisation eine gewisse Selbständigkeit, einen freieren Grad des Bewusstseins erworben hat, als der war, welcher unmittelbar von den Sonnenwesen ausgehen konnte. Dieses freie, selbständige Bewusstsein trat — als Erbe der alten Mondenentwicklung — wieder auf während der charakterisierten Zeit der Erdenentwicklung. Es konnte aber gerade dieses Bewusstsein, durch den Einfluss der gekennzeichneten Erden-Mondenwesen wieder zum Einklange mit dem Weltall gebracht, zu einem Abbilde desselben gemacht werden. Das wäre geschehen, wenn sich kein anderer Einfluss geltend gemacht hätte. Ohne einen solchen wäre der Mensch ein Wesen geworden mit einem Bewusstsein, dessen Inhalt wie durch Naturnotwendigkeit, nicht durch sein freies Eingreifen die Welt in den Bildern des Erkenntnislebens gespiegelt hätte. Es ist dieses nicht so geworden. Es griffen in die Entwicklung des Menschen gerade zur Zeit der Mondenabspaltung gewisse geistige Wesenheiten ein, welche von ihrer Mondennatur so viel zurückbehalten hatten, dass sie nicht teilnehmen konnten an dem Hinausgang der Sonne aus der Erde. Und dass sie auch ausgeschlossen waren von den Wirkungen der Wesen, welche vom Erden-Monde aus zur Erde hin sich tätig erwiesen. Diese Wesen mit der alten Mondennatur waren gewissermaßen mit unregelmäßiger Entwicklung auf die Erde gebannt. In ihrer Mondnatur lag gerade das, was während der alten Mondenentwicklung sich gegen die Sonnengeister auf gelehnt hatte, was damals dem Menschen insofern zum Segen war, als durch es der Mensch zu einem selbständigen, freien Bewusstseinszustand geführt worden war. Die Folgen der eigenartigen Entwicklung dieser Wesen während der Erdenzeit brachten es mit sich, dass sie während derselben zu Gegnern wurden derjenigen Wesen, die vom Monde aus das menschliche Bewusstsein zu einem notwendigen Erkenntnisspiegel der Welt machen wollten. Was auf dem alten Monde dem Menschen zu einem höheren Zustande verhalf, ergab sich als das Widerstrebende gegenüber der Einrichtung, welche durch die Erdenentwicklung möglich geworden war. Die widerstrebenden Mächte hatten sich aus ihrer Mondennatur die Kraft mitgebracht, auf den menschlichen Astralleib zu wirken, nämlich — im Sinne der obigen Darlegungen — diesen selbständig zumachen. Sie übten diese Kraft aus, indem sie diesem Astralleib eine gewisse Selbständigkeit — auch nunmehr für die Erdenzeit — gaben gegenüber dem notwendigen (unfreien) Bewusstseinszustande, welcher durch die Wesen des Erdenmondes bewirkt wurde. Es ist schwierig, mit gangbaren Worten zum Ausdrucke zu bringen, wie die Wirkungen der charakterisierten geistigen Wesenheiten auf den Menschen in der gekennzeichneten Urzeit waren. Man darf sie weder denken wie gegenwärtige Natur-Einflüsse, noch etwa so, wie die Wirkung des einen Menschen auf den andern geschieht, wenn der erstere in dem zweiten durch Worte innere Bewusstseinskräfte wachruft, wodurch der zweite etwas verstehen lernt oder zu einer Tugend oder Untugend angeregt wird. Die gemeinte Wirkung in der Urzeit war keine Naturwirkung, sondern ein geistiger Einfluss, aber ein solcher, der auch geistig wirkte, der sich als geistiger übertrug von den höheren Geistwesen auf den Menschen gemäß dem damaligen Bewusstseinszustande dieses Menschen. Wenn man die Sache wie eine Naturwirkung denkt, so trifft man ganz und gar nicht ihre wahre Wesenheit. Wenn man dagegen sagt, die Wesenheiten mit der alten Mondennatur traten an den Menschen heran, um ihn für ihre Ziele «verführend» zu gewinnen, so gebraucht man einen symbolischen Ausdruck, der gut ist, solange man sich seiner Sinnbildlichkeit bewusst bleibt und sich zugleich klar ist, dass hinter dem Symbol eine geistige Tatsache steht.

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