Die Weltentwicklung und der Mensch

GA 13/l04/p107 · original (original)

Das Leben des Menschen — in der nachatlantischen Zeit — zwischen Geburt und Tod hatte aber auch seinen Einfluss auf den leibfreien Zustand nach dem Tode. Je mehr der Mensch seine Interessen der physisch-sinnlichen Welt zukehrte, um so größer war die Möglichkeit, dass sich Ahriman während des Erdenlebens in die Seele einlebte und dann seine Gewalt über den Tod hinaus behielt. Bei den Völkern des alten Indien war diese Gefahr noch am geringsten. Denn sie hatten während des Erdenlebens die physisch-sinnliche Welt als Illusion empfunden. Dadurch entzogen sie sich nach dem Tode der Macht Ahrimans. Um so größer war die Gefahr für die urpersischen Völker. Sie hatten in der Zeit zwischen Geburt und Tod den Blick mit Interesse auf die sinnlich-physische Welt gerichtet. Sie wären in hohem Maße Ahrimans Umgarnungen verfallen, wenn nicht Zarathustra in eindrucksvoller Art durch die Lehre des Lichtgottes darauf hingedeutet hätte, dass hinter der physischsinnlichen Welt diejenige der Lichtgeister steht. Soviel die Menschen dieser Kultur aus der so erregten Vorstellungswelt in die Seele aufgenommen hatten, ebensoviel entzogen sie sich für das Erdenleben den Fangarmen Ahrimans und damit auch für das Leben nach dem Tode, durch das sie sich auf ein neues Erdenleben vorbereiten sollten. Im Erdenleben führt die Gewalt Ahrimans dazu, das sinnlich-physische Dasein als das einzige anzusehen und sich dadurch jeden Ausblick auf eine geistige Welt zu versperren. In der geistigen Welt bringt diese Gewalt den Menschen zur völligen Vereinsamung, zur Hinlenkung aller Interessen nur auf sich. Menschen, welche beim Tode in Ahrimans Gewalt sind, werden als Egoisten wiedergeboren.

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