Die Erkenntnis der höheren Welten (von der Einweihung oder Initiation)
Es kann aber allerdings noch ein anderes Bedenken geben, das sich gegen eine solche Schulung erhebt. Man kann sich sagen: «Die Entwicklung innerer Seelenfähigkeiten greift in das verborgenste Heiligtum des Menschen ein. Sie schließt in sich eine gewisse Umwandlung des ganzen menschlichen Wesens. Die Mittel zu solcher Umwandlung kann man sich naturgemäß nicht selber ersinnen. Denn wie man in eine höhere Welt kommt, kann doch nur derjenige wissen, welcher den Weg in diese als sein eigenes Erlebnis kennt. Wenn man sich an eine solche Persönlichkeit wendet, so gestattet man derselben einen Einfluss auf das verborgenste Heiligtum der Seele.» — Wer so denkt, dem könnte es selbst keine besondere Beruhigung gewähren, wenn ihm die Mittel zur Herbeiführung eines höheren Bewusstseinszustandes in einem Buche dargeboten würden. Denn es kommt ja nicht darauf an, ob man etwas mündlich mitgeteilt erhält oder ob eine Persönlichkeit, welche die Kenntnis dieser Mittel hat, diese in einem Buche darstellt und ein anderer sie daraus erfährt. Es gibt nun solche Persönlichkeiten, welche die Kenntnis der Regeln für die Entwicklung der geistigen Wahrnehmungsorgane besitzen und welche die Ansicht vertreten, dass man diese Regeln einem Buche nicht anvertrauen dürfe. Solche Personen betrachten zumeist auch die Mitteilung gewisser Wahrheiten, welche sich auf die geistige Welt beziehen, als unstatthaft. Doch muss diese Anschauung gegenüber dem gegenwärtigen Zeitalter der Menschheitsentwicklung in gewisser Beziehung als veraltet bezeichnet werden. Richtig ist, dass man mit der Mitteilung der entsprechenden Regeln nur bis zu einem gewissen Punkte gehen kann. Doch führt das Mitgeteilte so weit, dass derjenige, welcher dieses auf seine Seele anwendet, in der Erkenntnisentwicklung dazu gelangt, dass er den weiteren Weg dann finden kann. Es führt dieser Weg dann in einer Art weiter, über welche man eine richtige Vorstellung auch nur durch das vorher Durchgemachte erhalten kann. Aus all diesen Tatsachen können sich Bedenken gegen den geistigen Erkenntnisweg ergeben. Diese Bedenken schwinden, wenn man das Wesen desjenigen Entwicklungsganges ins Auge fasst, welchen die unserem Zeitalter angemessene Schulung vorzeichnet. Von diesem Wege soll hier gesprochen und auf andere Schulungen nur kurz hingewiesen werden.