Die Erkenntnis der höheren Welten (von der Einweihung oder Initiation)

GA 13/l05/p064 · original (original)

Der hiermit geschilderte Weg zur Erkenntnis der übersinnlichen Welten ist ein solcher, welchen ein jeder Mensch gehen kann, in welcher Lage er sich auch innerhalb der gegenwärtigen Lebensbedingungen befindet. Wenn von einem solchen Wege die Rede ist, so muss man bedenken, dass das Ziel der Erkenntnis und Wahrheit zu allen Zeiten der Erdenentwicklung dasselbe ist, dass aber die Ausgangspunkte des Menschen zu verschiedenen Zeiten verschiedene waren. Der Mensch kann gegenwärtig nicht von demselben Ausgangspunkte ausgehen, wenn er den Weg in die übersinnlichen Gebiete betreten will, wie zum Beispiel der alte ägyptische Einzuweihende. Daher lassen sich die Übungen, welche dem Geistesschüler im alten Ägypten auferlegt wurden, nicht ohne weiteres von dem gegenwärtigen Menschen ausführen. Seit jener Zeit sind die menschlichen Seelen durch verschiedene Verkörperungen hindurchgegangen; und dieses Weiterschreiten von Verkörperung zu Verkörperung ist nicht ohne Sinn und Bedeutung. Die Fähigkeiten und Eigenschaften der Seelen ändern sich von Verkörperung zu Verkörperung. Wer das menschliche, geschichtliche Leben auch nur oberflächlich betrachtet, kann bemerken, dass seit dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert nach Christus sich gegen früher alle Lebensbedingungen geändert haben, dass Meinungen, Gefühle, aber auch Fähigkeiten der Menschen anders geworden sind, als sie vorher waren. Der hier beschriebene Weg zur höheren Erkenntnis ist nun ein solcher, welcher für Seelen tauglich ist, welche in der unmittelbaren Gegenwart sich verkörpern. Er ist so, dass er den Ausgangspunkt der geistigen Entwicklung da ansetzt, wo der Mensch in der Gegenwart steht, wenn er in irgendwelchen durch diese Gegenwart ihm gegebenen Lebensverhältnissen sich befindet. — Die fortschreitende Entwicklung führt die Menschheit in bezug auf die Wege zu höherer Erkenntnis ebenso von Zeitabschnitt zu Zeitabschnitt zu immer anderen Formen, wie auch das äußere Leben seine Gestaltungen ändert. Und es muss ja auch jederzeit ein vollkommener Einklang herrschen zwischen dem äußeren Leben und der Einweihung.

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